Netzwerk gegen gefährliche Keime wird gegründet

Melsungen. Gesundheitsämter, Kliniken, Pflegeheime und Unternehmen in Nordhessen sagen gefährlichen Erregern den Kampf an: Am heutigen Freitag wird in Melsungen das Netzwerk gegen multiresistente Keime (MRE) Nord- und Osthessen gegründet.

Dieser Schritt soll einheitliche Standards bei Diagnose und Versorgung betroffener Patienten sichern. Als multiresistent bezeichnet man Erreger, die beispielsweise gegen Antibiotika unempfindlich sind. Solche Keime tauchen immer wieder in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen auf. Deutschlandweit sterben jährlich 12 000 Menschen an Infektionen, die sie sich im Gesundheitswesen zugezogen haben.

Doch für Nordhessen gebe es bisher keine Zahlen über Infektionen durch multiresistente Keime, erklärt Dr. Markus Schimmelpfennig vom Gesundheitsamt Kassel. Die Einrichtungen seien verpflichtet, diese im Haus zu erfassen. Sie würden aber nicht nach außen kommuniziert. Dies soll sich durch die Einrichtung des MRE-Netzwerks ändern.

Zudem verpflichteten sich die Mitglieder zu Mindeststandards wie einem Überleitungsbogen, der wichtige Informationen bei der Aufnahme eines Patienten enthält. Es gehe auch darum, Druck auf Nicht-Mitglieder aufzubauen. „Patienten werden genau sehen können, wer im Netzwerk dabei ist“, sagt Schimmelpfennig. (gör)

Quelle: HNA

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