Seit Jahren gibt es keinen freien Bauplatz mehr

Neubaugebiete in Edermünde werden nur in kleinen Schritte ausgewiesen

Die Nachfrage steigt und steigt: An den Rändern der Ballungsgebiete rund um Kassel wachsen die Neubaugebiete. Edermünde will die Entwicklung steuern und weist trotz vieler Interessenten nur kleine Baugebiete aus. Archivfoto: Hillebrand

Im Speckgürtel um Kassel wachsen die Neubaugebiete aus der Erde. Angesichts der hohen Preise für Bauen und Wohnen im engeren städtischen Bereich steigt auch die Nachfrage nach Bauplätzen im Umland.

Das ist in Edermünde nicht anders. „Wir haben viele Interessenten für ein Baugrundstück“, sagt Bürgermeister Thomas Petrich. Gleichzeitig aber kann die Gemeinde seit vier Jahren keinen freien Bauplatz für ein Wohnhaus mehr anbieten.

Ein Zustand, der jetzt geändert werden soll: Für ein 1,6 Hektar großes Gelände im Anschluss an das letzte Baugebiet in Haldorfsoll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Das beschlossen die Gemeindevertreter einstimmig.

Detaillierte Pläne über die Art der Bebauung liegen noch nicht vor, auch die Frage der Verkehrserschließung des Bereiches zwischen Haldorf und Grifte ist noch ungeklärt.

Klar ist, dass die Gemeinde dort nicht nur das klassische Einfamilienhaus realisiert sehen möchte, sondern auch Miet- und Eigentumswohnungen. Dafür wolle man einen Investor suchen.

Neue Bauplätze in Besse in der Nähe des Sportplatzes

Auch im Ortseil Besse wird es laut Bürgermeister einige neue Bauplätze geben auf einer etwa ein Hektar großen Fläche in der Nähe des Sportplatzes. Beide Areale hat die Gemeinde bereits von den jeweiligen Voreigentümern erworben. Mit den neuen, eher kleinen Baugebieten will Edermünde dem Druck durch die Nachfrage gerecht werden, plädiert aber gleichzeitig für ein eher vorsichtiges Wachstum. Großflächige Baugebiete seien keine Option, betonte Petrich.

Das sei auch bei der umfangreichen Bürgerbefragung deutlich geworden: Etwa 50 Prozent der Edermünder sind danach für die Ausweisung neuer Baugebiete, die andere Hälfte ist dagegen. „Darauf wollen wir auch Rücksicht nehmen“, sagt Petrich.

Für die ambitionierten Pläne der Gemeinde für eine verdichtete Bebauung des Geländes an der Teichstraße in Besse hat sich kein Investor gefunden. Das berichtete der Bürgermeister.

Als eine der ersten Kommunen in Hessen wollte Edermünde für diesen innerörtlichen Bereich die sogenannte „Konzeptvergabe“ anwenden und das Grundstück nur unter festgelegten Bedingungen verkaufen. Zum Beispiel sollten die Bewerber Konzepte mit kleineren Wohnungen, festgelegten Mieten und umweltpolitischen Vorgaben erfüllen.

Bisher habe sich jedoch kein Interessent gemeldet, so Petrich. Man müsse jetzt neu überlegen, wie man vorgehen wolle. „So wie es jetzt aussieht, ist diese Art der Konzeptvergabe kein Instrument, das funktioniert.“

Quelle: HNA

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