Alte Sorten werden gepflanzt 

Neue Apfelbäume für die Felsberger Streuobstwiese am Sälzer Weg

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Obstbaum-Pflanzaktion am Sälzer Weg in Felsberg: von links Georg Pfannkuch, Jochen Pschibul, Erich Westermeier, Walter Kropf, Matti und Svenia Großurth, Holger Gießler und vorn Renate Braun. 

Felsberg. Alte Apfelsorten erwachen in Felsberg zu neuem Leben. Es wurden an der ehemaligen Salzhandelsstraße Sälzer Weg neun Apfelbäume gepflanzt und damit Lücken gefüllt.

Das geschah auf Initiative von Holger Gießler (58). Er nennt Obstbäume sein Hobby. Er hat schon sehr viele Obstbäume gepflanzt und setzt sich auch im Pomologen-Verein für den Erhalt alter Apfelsorten ein.

Dazu gehört zum Beispiel der Eifeler Rambur. „Das ist ein guter Mostapfel”, schwärmt der 86-jährige Georg Pfannkuch aus Gensungen. „Seinen“ Baum am Gensunger Hundeplatz gibt es nicht mehr. In Felsberg pflanzte er nun – als einer der Baumpaten – „Nachwuchs“. Und er hofft, dass die Ernte eines Tages so gut ist wie einst in Gensungen: „Ein Apfel wog 520 Gramm.“

Bäume für die Zukunft und die nächste Generation

Natürlich wird es noch dauern, bis die jetzt gepflanzten Bäume tragen werden. Für ihre Enkel Marta und Greta pflanzte Renate Braun einen Celler Dickstiel und eine Zuccalmaglio Renette. „Das ist Heimat und Zukunft zugleich“, sagt die Felsbergerin zu der Aktion, „diese Obstbäume schaffen immer einen Bezug der Enkel zur Heimat“.

2014 hat alles angefangen. Eine fast vergessene Streuobstwiese am Felsburgstadion wurde zu neuem Leben erweckt. Initiator Gießler ist zufrieden. Die zehn neu gepflanzten der insgesamt 16 Bäume sind gut angewachsen und zeigen nun die ersten Blüten.

Paten kümmern sich um die Bäume auf der Streuobstwiese

Renate Brauns Tochter Cordula war schon dabei, als Kinder der Drei-Burgen-Schule in den 1990er-Jahren mit ihren Eltern hinter dem Stadion etwa 20 Obstbäume pflanzten – damals eine Initiative der Biologie-Arbeitsgemeinschaft. Nur sechs Bäume waren übrig geblieben. Rehe, Kaninchen und Wühlmäuse hatten den Bäumen schwer zugesetzt. Gießlers Initiative, die Streuobstwiese mit Bürger-Unterstützung wiederzubeleben und aufzuwerten, fiel auf fruchtbaren Boden. Die Paten hegen und pflegen die Bäume vom Körler Edelapfel über die Lippoldsberger Tiefenblüte bis zur Luxemburger Renette.

Gießler griff bei der Auswahl der Sorten bewusst auf robuste und weitgehend schorfresistente alte Sorten zurück. Diese sind auch im Felsberger Altbestand entlang der Feldwege wiederzufinden und passen sich den nordhessischen Klimaverhältnissen gut an, sind widerstandsfähig gegen Apfelkrankheiten. Gießler: „Diese Äpfel sind – außer dem Boskoop – nicht im Supermarkt zu bekommen, bieten dafür aber geschmacklich ein breites Spektrum.“

Es sollen noch mehr Bäume an Feldwegen gepflanzt werden

Die Baumpaten wählen sich ihre Sorte aus. Walter Kropf, dessen Vater einst die Schmiede in Felsbergs Altstadt betrieb, fand im Königsapfel von Jersey eine Sorte, die man später direkt vom Baum verkosten kann. Den widmete er seiner im Dezember 2013 geborenen Enkelin Josefine. Für Enkel Matti pflanzte er jetzt einen Dülmener Herbstrosenapfel.

Initiator Holger Gießler möchte die Baumpflanzaktion gern fortsetzen. „Ich würde gern an Feldwegen weitere Obstbäume pflanzen”, sagt er. Sein Wunsch, entlang der Straße zwischen Felsberg und Böddiger neue Obstbäume zu pflanzen und die verschwundenen Bäume zu ersetzen, wird vom Felsberger Ortsbeirat unterstützt. Dort hofft Gießler auch mit Unterstützung der Stadtverwaltung auf das Entgegenkommen von Hessen Mobil. Einige Obstbäume waren vom Sturm zerstört worden oder verschwanden beim Ausbau der Straße. Gießler: „Ich bin für jeden guten Vorschlag für Obstbaum-Standorte dankbar.“

Kontakt: Holger Gießler, Telefon 05662/6606. E-Mail: h-giessler@t-online.de

Quelle: HNA

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