Kreis Kassel reagiert auf höheren Zustrom aus Krisenländern

60 neue Asylbewerber sollen nach Gasterfeld

Wolfhagen. Ein Mannschaftsgebäude der ehemaligen Pommernkaserne in Wolfhagen-Gasterfeld, das dem Landkreis gehört, wird bis Ende des Jahres für 60 Asylbewerber umgebaut.

Insgesamt richtet der Kreis drei neue Unterkünfte für Asylbewerber ein, weil die Zahl der Zuweisungen vom Regierungspräsidium Darmstadt in diesem Jahr wieder deutlich gestiegen ist. „Das Auffanglager in Gießen ist voll“, sagte Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) am Freitag bei der Vorstellung des Konzepts.

Die Zahl der zu Jahresbeginn 300 Asylbewerber im Kreis klettere bis Ende des Jahres um 280 Menschen. Im vergangenen Jahr waren es noch 108 Neuankömmlinge.

Verteilt werden die neuen Asylbewerber im Landkreis auch auf diese Standorte: • Das zurzeit leerstehende Hotel Rosengarten in Niedervellmar direkt an der B 7/B83. Dort finden nach Auskunft Selberts bis zu 40 Asylbewerber eine Unterkunft. • Das leer und zum Verkauf stehende Freizeitheim Rotte Breite bei Nieste. Es ist mit 30 Asylbewerbern - meist Familien - schon voll belegt.

Schon seit 2006 gibt es die Unterkunft in Fuldatal, die mit 116 Asylsuchenden belegt ist. Der Rest ist in Privatwohnungen untergebracht.

Grund für den Anstieg sind nach Auskunft der Vizelandrätin die zunehmenden Krisenherde in der Welt. Demnach stammen zurzeit rund ein Drittel der Asylbewerber aus Afghanistan, es folgen die Herkunftsländer Iran, Somalia und jetzt auch Syrien.

Das erhöht auch die Kosten: 2,25 Millionen Euro zahlte der Landkreis 2011 für die Versorgung der Asylbewerber, wovon 965 000 Euro das Land Hessen übernahm. Knapp 1,3 Millionen Euro blieben am Kreis hängen. Für das kommende Jahr erwartet Selbert für den Kreis zusätzliche Mehrkosten von 400 000 Euro.

Die Stadt Kassel hat aktuell 172 Asylbewerber (2011: 128).

Quelle: HNA

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