Der neue Audi A1 im Test

Sportschau mit Kanten

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Der Audi A1 ist schick und agil –ein Hingucker am Wolfhager Marktplatz.

Der Audi A1 ist kaum wieder zu erkennen: Die zweite Generation des Premium-Kompaktautos zeigt mehr Kanten und zieht die Blicke mit harmonischen Proportionen auf sich. Im Test: der 30 TFSI Advanced mit 116 PS.

Mit seinem markant sportlichen Look ähnelt der neue A1 dem Q2, Audis stylischem Kompakt-SUV. Wesentliches Stilmittel sind die geradlinigen, breiten C-Säulen, die an den Sport quattro anno 1984 erinnern. Der Sportback – nun nicht mehr in Brüssel, sondern im Seat-Werk in Martorell bei Barcelona gebaut – setzt Akzente: Die Lüftungsschlitze unter der Motorhaubenkante und die Blister an den Flanken sind Remineszenzen an Audis Rallye-Erfolge. 

Der A1 ist perfekt für die City und hat auch bei der Fahrt in Wolfhagen Freude gemacht. 

Maskuline Sportlichkeit signalisiert die Front mit dem Single-Frame-Grill. Die Motorhaube ist betont flach – das sieht gut aus und kommt dem Fahrer zugute – die Karosserie bietet eine hervorragende Sicht auf die Straße.

Modernes Interieur

Dazu kommt das ergonomisch perfekte Interieur. Highlight ist der zum Fahrer hin angewinkelte Armaturenträger mit großer Glasfläche. Das Bedienfeld des zentralen Displays für Infotainment mit 10,1-Zoll-Touchscreen bildet mit den Lüftungsöffnungen eine geometrisch-geradlinige Einheit. Auch das virtuelle Cockpit mit Navi (Aufpreis: ca. 2000 Euro) passt zum edlen Look. Die billig wirkenden Hartkunststoffe der Türverkleidungen weniger.

Die straffen Sitze haben überraschend große Beinauflagefläche und sind auch für Großgewachsene bequem. Der leichte Längenzuwachs gegenüber dem Vorgänger macht sich vor allem vor den Rücksitzen bemerkbar, wo es etwas mehr Kniefreiheit gibt. Auch der Kofferraum, der dank niedriger Ladekante und großer Öffnung prima zu beladen ist, bietet mehr Platz und fasst jetzt immerhin 335 Liter – fast so viel wie der Polo.

Stopp in der Schützeberger Straße. Schön: die markanten Rückleuchten.

Unterwegs zeigt der A1 einen relativ sportlichen und ziemlich komfortabelen Charakter. Der Kleinwagen fährt sich wunderbar handlich und überzeugt auf den kurvigen Landstraßen rund um Wolfhagen mit der feinfühligen, leichtgängigen und in Kurven relativ präzisen Lenkung. Dabei reagiert das Fahrwerk agil und sicher auf Richtungswechsel dank der aufwendigen Technik mit McPherson-Vorderachse und Verbundlenker-Hinterachse.

Der A1 hat einen straffen Charakter, doch zumindest groben Straßenschäden nimmt die Federung ihren polternden Schrecken. Optional ist ein Sportfahrwerk erhältlich – dass ich bei den kurzen Testfahrten allerdings nicht vermisse. Wer noch mehr Komfort will, sollte das Dynamikpaket bestellen (750 Euro), dazu gibt’s elektronisch einstellbare Dämpfer.

Der laufruhig schnatternde Einliter-Dreizylinder, der bei geringem Tempo das hörbare Abrollen kaum übertönt, zeigt sich ab mittlerer Drehzahl in Kombination mit dem aufmerksam schaltenden Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe quicklebendig und quittiert den herzhaften Tritt auf’s Gaspedal mit kräftigem Durchzug – Überholen ohne Schweißperlen, kein Problem.

Sicherheit von Oberklasse

Die Fahrt auf der Autobahn meistert der A1 ebenfalls souverän. Auch bei größerem Tempo bleibt das Auto innen leise – Windgeräusche bleiben aus. Sehnsucht nach der Kraft eines hubraumstärkeren Vierzylinders kommt nur bei steileren Anstiegen auf, zum Beispiel auf der A44 bei Abfahrt Kassel-Wilhelmshöhe. Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist, wird sicherlich eher den 1,5-Liter-Vierzylinder oder das 2,0-Liter-Spitzenmodell bestellen, das es auch mit stärker dimensionierten Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gibt.

Premiumklasse-Niveau hat das große Sortiment an Fahr- assistenzsystemen. Spurhalte- und Kollisionswarner, Tempomat und einige Sicherheitsfeatures mehr hat der A1 von den Oberklassemodellen bekommen.

Der neue A1 ist auch ein Lifestyle-Auto. Dazu passen die vielen individuellen Ausstattungsmöglichkeiten. Mit den Linien „Basis“, Advanced“ und „S-Line“ ist noch lange nicht Schluss. Es gibt allein elf Lackfarben, und das Dach und einige Details kann man in Kontrastfarbe ordern. Mit den drei Exterieur- und vier Interieurvarianten in unterschiedlichen Stoff- und Farbkombinationen kommen laut Audi über eine Millionen Varianten zusammen. Tipp: Zumindest die Hifi-Fans sollten die optional erhältliche 560-Watt-Stereoanlage von Bang & Olufsen bestellen. Andere Annehmlichkeiten fielen dem Rotstift zum Opfer. So gibt es kein Schiebe- oder Panoramadach mehr – ebenso keinen Dieselmotor, keinen Dreitürer und keine Supersportversion mit 231 PS.

Fazit: Der schicke, sportlich aussehende Audi A1 zeigt Allroundertalent und bietet zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten. Vor allem die aufpreispflichtigen Oberklasse-Optionen unterscheiden ihn von seinen Schwestermodellen VW Polo und Seat Ibiza. Ein übersichtlicher, handlicher Alltagsbegleiter, der nicht nur in der Stadt seine Stärken zeigt. Achim Rosdorff

Audi A1 30 TFSI

Länge x Breite x Höhe (m): 4,03 x 1,74 x 1,41

Motor: R3-Benziner, 999 ccm, Turbo, Direkteinspritzung

Leistung: 85 kW / 116 PS bei 5000-5500 U/min

Max. Drehmoment: 200 Nm bei 2000-3500 U/min

Höchstgeschwindigkeit: 203 km/h

Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 9,5 Sek.

Durchschnittsverbrauch (WLTP): 4,8 Liter

CO2-Emissionen: 108 g/km (Euro 6d Temp)

Leergewicht / Zuladung: min. 1180 kg / max. 475 kg

Kofferraumvolumen: 335 Liter

Wendekreis: 10,5 m

Bereifung: 185/65 R 15

Basispreis: 21150 Euro

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