Internationales Jahr der Wälder: Sitzmöbel aus Pappelholz vor dem Rathaus aufgestellt

Neue Bänke mit Botschaft

Bequem und bedeutsam: Bürgermeister Wilhelm Kröll, Karl-Gerhard Nassauer vom Forstamt Jesberg und Revierleiter Gerhold Schmidt beim Probesitzen auf dem Markplatz. Foto: Rose

Schwalmstadt. Die heimischen Wälder haben viel zu bieten: Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2011 deshalb zum internationalen Jahr der Wälder erklärt. Koordiniert wird die Kampagne vom hessischen Umweltministerium. Im Fokus bundesweiter Aktionen stehen Erhalt und Entwicklung der Wälder sowie die nachhaltige Bewirtschaftung. Am Montag setzten Karl-Gerhard Nassauer, Leiter des Forstamtes Jesberg, und Gerhold Schmidt, Revierleiter der Försterei Schwalmstadt, einen ersten hölzernen Akzent auf dem Treysaer Marktplatz.

Drei 600 Kilogramm schwere Sitzbänke aus Pappelstämmen säumen ab sofort den Johannisbrunnen auf dem Marktplatz. Für die Aktion hat Hessen-Forst kommunale Waldbesitzer angesprochen. Die etwa 45 Jahre alten Pappeln, aus denen die massiven Sitzquader entstanden sind, stammen aus dem Stadtwald – aus Windwurfvorräten.

Elsner hat die Stämme gesägt

Unentgeldlich zugesägt hat die Stämme der örtliche Unternehmer Edwin Elsner. „Uns geht es darum, etwas aus dem Wald sichtbar in die Städte zu tragen“, erklärt Nassauer. Bis Oktober werden die Bänke in der Stadt stehen, danach gehen sie an den Waldkindergarten.

Aufgedruckte Botschaften sollen die Bedeutung des Waldes stärker ins Bewusstsein rufen. Der Wald stehe für 300 Jahre Nachhaltigkeit, aber auch für bundesweit 1,3 Millionen Arbeitsplätze: „Damit sind im Bereich Forst und Holz mehr Menschen als in der Automobilindustrie beschäftigt“, verdeutlicht Nassauer. Ein wichtiger Wirtschaftszweig sei der 360 Hektar große Stadtwald auch für die Kommune, erklärte Bürgermeister Wilhelm Kröll.

Stürme hätten jedoch im vergangenen Jahr erhebliche Schäden hinterlassen. „20 Hektar Windwurffläche werden in diesem Jahr wieder aufgeforstet. Die Kosten hierfür liegen bei etwa 130 000 Euro“, sagt Gerhold Schmidt.

Verantwortungsvoll nutzen

Doch nicht allein auf Schäden will die Kampagne aufmerksam machen. „Wir stellen im Bereich der regenerativen Energien einen Bewusstseinswandel fest“, erklärt Nassauer. Der Rohstoff Holz werde deshalb in Zukunft eine größere Rolle spielen. „Unsere Wälder bieten Potenziale, die wir verantwortungsbewusst nutzen wollen.“ Dabei müsse man sich auf die veränderten klimatischen Bedingungen einstellen.

„Eichen eignen sich, weil sie wärmeliebend sind. Fichten hingegen werden im Zukunftswald wohl nicht mehr zu finden sein. Sie können Trockenheit nur schlecht ausgleichen“, erläutert Schmidt. Es gelte, die Wälder für die Zukunft stabil auszurichten, so dass sie dem Wind weniger Angriffsflächen böten.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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