Neue Bäume für die Wiese

Streuobstwiese auf Initiative von Holger Gießler neu bepflanzt

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Baumpflanzaktion am Felsburg-Stadion: Die Baumpaten mit den Obstbäumen, die sie finanzierten und nun hegen und pflegen wollen. Von links Lilli und Walter Dase, Holger Gießler, Peter Hammerschmidt, Jürgen Herzog, Walter Kropf, Jochen Pschibul, Claus Steinbrecher und Gerd Leo. Auch am Windschutz-Wall des Felsburg-Stadions könnten noch Obstbäume gepflanzt werden, meint Initiator Holger Gießler.

Felsberg. Eine fast vergessene Streuobstwiese am Felsburg-Stadion in Felsberg wird zu neuem Leben erweckt. Dank der Initiative des Felsbergers Holger Gießler wird die Wiese neu aufblühen.

Der 54-Jährige fand in Felsberg und Gensungen acht Paten, die am Samstag bei herrlichem Frühlingswetter acht Obstbäume pflanzten.

„Einen besseren Tag hätten wir gar nicht erwischen können“, sagte Walter Dase. Seine elfjährige Tochter Lilli war die Jüngste bei der Baumpflanzaktion. „Eine tolle Idee, die wir gern unterstützen“, betont der Landschaftsgärtner, der sich auch in der Bürgerinitiative für Felsberg und der Gemeindenützlichen Genossenschaft engagiert.

In den 1990er-Jahren hatten Kinder der Drei-Burgen-Schule mit ihren Eltern und Lehrern 20 Obstbäume gepflanzt - eine Initiative der Biologie-Arbeitsgemeinschaft. Nur noch sechs Bäume waren übrig geblieben. Wühlmäuse, Rehe und Kaninchen hatten den Bäumen schwer zugesetzt. Der Zustand des Streuobstwiese war verbesserungswürdig, meinte Holger Gießler. Der Kundendienst-Sachbearbeiter nennt Obstbäume sein Hobby. Er hat schon viele Obstbäume gepflanzt und setzt sich im Pomologen-Verein für den Erhalt alter Apfelsorten ein.

Gießlers Idee, die Pflanzlücken hinter dem Stadion zu schließen und die Wiese mit Bürger-Unterstützung aufzuwerten, fiel beim Ortsbeirat Felsberg auf fruchtbaren Boden. Die Baumpaten wollen die neuen Bäume nun hegen und pflegen, damit sie der nachfolgenden Generation als Obstlieferant zur Verfügung stehen. Bis die neuen Bäume tragen, müssen sich die Paten aber noch fünf bis zehn Jahre gedulden.

Bei der Auswahl der Sorten griff Gießler bewusst auf robuste und weitgehend schorfresistente alte Sorten zurück, die sich auch im Felsberger Altbestand entlang der Feldwege wiederfinden und sich den nordhessischen Standort- und Klimaverhältnissen gut anpassen. Gießler: „Diese Äpfel sind - außer dem Boskoop - nicht im Supermarkt zu bekommen, bieten dafür geschmacklich aber ein breiteres Spektrum.“

Jeder der Baumpaten wählte sich eine Apfelsorte aus. So fiel nach den Worten Gießlers die Entscheidung des Einen auf den Roten Boskoop - wohl wegen seines guten Geschmacks und der langen Haltbarkeit. Walter Kropf, dessen Vater einst die Schmiede in Felsberg betrieb, fand im Königsapfel von Jersey eine Sorte, die er später direkt vom Baum verkosten kann. Den Baum widmete er seiner am 23. Dezember 2013 geborenen Enkelin Josefine. „Ein tolles Gemeinschaftswerk, durch das Gensungen und Felsberg noch mehr zusammenrückt“, sagte er zu der Aktion. Kontakt: Holger Gießler, Telefon 05662/6606, E-Mail: h-giessler@t-online.de

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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