EWF informierte vor Ort über die Stromerzeugung durch Wasserkraft in Fritzlar

Neue Brücke über Graben

Neuer Überweg am Wehr: Bürgermeister Hartmut Spogat, EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller, Bodo Wischolleck von der EWF-Energieerzeugung mit dem Ersten Stadtrat Claus Reich beim Ortstermin an der Schleuse am Mühlengraben. Foto: Zerhau

Fritzlar. Die Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) hat Wort gehalten: Nach den Protesten wegen der Sperrung des alten Übergangs über den Mühlengraben auf Höhe des Ederwehrs versprach das Unternehmen, für Ersatz zu sorgen. Jetzt ist die neue Brücke fertig.

Seit März hatten die Stromversorger unmittelbar neben der alten Schleuse einen neuen Überweg bauen lassen und dafür 30 000 Euro investiert. Jetzt ist wieder eine gefahrlose Überquerung möglich.

Das war unter anderem ein Thema bei der Besichtigung des Mühlengrabens, bei dem es hauptsächlich um die Gewinnung von Elektrizität durch Wasserkraft ging. Die Erzeugung umweltschonender Energie habe in Fritzlar eine lange Tradition, sagte Bürgermeister Hartmut Spogat am E-Werk. Seit 1899 wird in Fritzlar Elektrizität aus Wasserkraft gewonnen. Kontinuierliche Investitionen und tägliche Wartungsarbeiten sicherten nachhaltig den Erhalt der Anlagen, erklärte EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller.

Um den Fritzlarern kostengünstige Energie liefern zu können, wurden Ende des 19. Jahrhunderts entlang des 2,8 Kilometer langen Mühlengrabens Wasserkraftwerke gebaut und so das aus dem Edersee kommende Wasser genutzt.

In den Wasserkraftanlagen Wiesenweg und Schlichgasse (Klostermühle) werden heute pro Jahr rund 2,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt. Diese Strommenge deckt den Strombedarf von 550 Haushalten. Rein rechnerisch sind das knapp sechs Prozent des Strombedarfs der Kernstadt Fritzlar. Der Mühlengraben, der seit Jahrhunderten Fritzlar prägt, wird durch Sanierungsarbeiten und landschaftspflegerische Maßnahmen der EWF in seiner bisherigen Form erhalten.

Seit 2007 wurden allein in den Mühlengraben jährlich durchschnittlich 100 000 Euro investiert, um den Betrieb gewährleisten zu können. Im Jahr 2013 müssen zwei Schützentafeln an der Anlage Klostermühle erneuert werden.

Im Laufe der nächsten fünf Jahre müssen die beiden Turbinen in der Wasserkraftanlage am Wiesenweg (E-Werk) ersetzt werden, mit einer Investitionssumme von mehr als 300 000 Euro. Die meisten Teile der Turbinen, für die es keine Ersatzteile mehr gibt, stammen aus den 30er-Jahren.

Die Stadt Fritzlar beteiligte sich 2007 am Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg. Die Stadtverordneten hatten einstimmig der Vereinbarung zur Zusammenführung der Stadtwerke Fritzlar mit der EWF zugestimmt.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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