Mehrkosten für die Feuerwehr

Neue EU-Abgasnorm: Löschfahrzeuge könnten teurer werden

Bis zu acht neue Einsatzfahrzeuge brauchen die 108 Einsatzabteilungen der Feuerwehren im Landkreis Kassel pro Jahr. Sollte die Euro-6-Abgasnorm ab 2015 gelten, drohen Mehrkosten.

Die EU-Norm gilt bereits für Neuzulassungen bei gewerblichen Lastwagen, für Einsatzfahrzeuge besteht bis 2015 eine Ausnahmegenehmigung des Hessischen Innenministeriums. „Ob diese Regelung verlängert wird, das kann ich derzeit nicht abschätzen“ sagt Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek.

Bei der Wolfhager Wehr steht für dieses Jahr der Kauf einer neuen Drehleiter auf dem Programm, die noch der alten Norm entsprechen wird. „Für die vorhandenen Fahrzeuge gilt Bestandschutz. Sie können in Betrieb bleiben“, erklärt Wolfhagens Stadtbrandinspektor Frank Brunst. Die Nutzungsdauer der Feuerwehrfahrzeuge beträgt nach Angaben von Mazassek durchschnittlich 25 Jahre.

Nach Einschätzung des Rotenburger Stadtbrandinspektors Jörg Fleischhut würden die Fahrzeuge durch die neuen Regeln um etwa 10 000 Euro teurer.

Zudem würden sie größer und vor allem schwerer. Wiegt ein Löschfahrzeug derzeit maximal 14,5 Tonnen, kämen durch die neuen Reinigungssysteme noch einmal 300 bis 500 Kilogramm hinzu, schätzt Mazassek. Das könnte zu Schwierigkeiten führen, weil zum Beispiel Zufahrten zu Krankenhäusern für die alten Gewichtsklassen dimensioniert wurden. Mit Platzmangel in den Feuerwehrgerätehäusern rechnet der Kreisbrandinspektor aber nicht.

Mit Blick auf die Umweltbelastung ist der Nutzen der neuen Technik bei Einsatzfahrzeugen laut Mazassek nicht so groß, da sie im Gegensatz zu gewerblich genutzten Lastwagen oft nur auf Kurzstrecken im Einsatz seien. Pro Jahr legten manche gerade 1500 bis 3000 Kilometer zurück.

Von Meike Schilling

Quelle: HNA

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