Viele wollen sich im Ort engagieren

Neue Führung des SPD-Ortsvereins Habichtswald will auf Leute zugehen

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Neue Gesichter in der Führungsriege des SPD-Ortsvereins Habichtswald: Vorsitzender Martin Rosowski (von links) mit den beiden Stellvertretern Brigitte Pfalz und Lukas Mühlbauer.  

Frischer Wind bei einem der mitgliederstärksten Ortsvereine der SPD im Landkreis Kassel: Die Habichtswalder Sozialdemokraten setzen im Vorstand verstärkt auf Neulinge. Besonders deutlich wird das an der Spitze des Vereins, dem 120 Personen angehören.

Lukas Mühlbauer dürfte eines der jüngsten Mitglieder sein. Dennoch ist der 17-Jährige, der mit 15 bei der Partei seine politische Heimat gefunden hat, bereits stellvertretender Vorsitzender. Der Schüler will die Partei für junge Menschen attraktiver machen und den Bereich Social Media aufpeppen. „Da ist viel Luft nach oben“, sagt der Dörnberger, der zwei Jahre lang im Vorstand der Landesschülervertretung aktiv war und heute noch auf Kreis- und Schulebene die Interessen der Schüler vertritt.

Brigitte Pfalz besitzt das Parteibuch sogar nur halb so lange wie Lukas Mühlbauer. Erst vor einem Jahr gesellte sie sich zu den Genossen, zuvor war sie als Parteilose auf der Liste der Sozialdemokraten im Gemeindeparlament aktiv. Sie ist die zweite stellvertretende Vorsitzende im Vorstand des Vereins. Und bei Martin Rosowski, den die Mitglieder kürzlich an die Spitze des Vereins wählten und der nun die Nachfolge von Neidhard Heinemann antritt, ist das mit der Mitgliedschaft auch nicht ganz so einfach. Seiner Partei, der SPD, fühlt er sich schon lange verbunden, allerdings sei sein Nachweis über seine jahrzehntelange Mitgliedschaft irgendwie abhandengekommen, sagt er. Und so hatte Rosowski, der zugleich Fraktionschef im Gemeindeparlament ist, in Habichtswald vor einigen Jahren erneut seine Aufnahme beantragt.

Verbunden fühlen sich die drei in ihren Zielen. Sie wollen die Probleme in den Orten aufgreifen, sich einmischen, Angebote unterbreiten und das für alle Generationen. Betätigungsfelder sehen sie reichlich, ob nun bei der für Kommunen zum Nachteil geregelten Befreiung von den Kita-Gebühren, in der rigiden Finanzpolitik des Landes oder in der Straßenbaulast, die in Verantwortung der Städte und Gemeinden liegt.

Martin Rosowski greift sich ein Beispiel aus der Wohnungspolitik: „In Dörnberg und Ehlen leben viele ältere Menschen in großen Häusern, die da raus wollen und was Kleineres suchen.“ Auch habe nicht jede Familie mit Kindern das Geld für ein eigenes Haus. Denen müsse man bezahlbaren, attraktiven Wohnraum bieten.

Es gehe darum, Habichtswald für seine Einwohner weiterhin lebenswert zu halten. Das Fehlen von gleich zwei Gaststätten in Dörnberg komme da nicht so gut an. Und auch wenn es Aufgabe eines Gastronomen sei, eine Kneipe zu bewirtschaften, könne es sich doch lohnen, gemeinsam mit den Bürgern und Vereinen über alternative Konzepte nachzudenken.

Die neue Führungsriege des Ortsvereins hat nicht den Anspruch, für jedes Problem die passende Lösung zu liefern. Auch sehen sie den Verein nicht ausschließlich für die Kommunalpolitik zuständig, sondern eher für das Leben und die Gemeinschaft im Ort. „Wir wollen auf Leute zugehen, mit ihnen ins Gespräch kommen und hören, was ihnen wichtig ist“, sagt Brigitte Pfalz. Das können unpolitische Veranstaltungen wie Weinabende sein oder Treffen an einem „der schönen innerörtlichen Plätze“. Daneben wird es auch politische Stammtische geben. „Es gibt viele Leute, die mitmachen wollen“, sagt Rosowski. Die Bewegung „Friday for Future“ sei ein gutes Beispiel, das zeige, das Jugendliche keineswegs politikverdrossen seien, betont Mühlbauer.

Quelle: HNA

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