Neue Glocken für Wolfhager Stadtkirche sollen aus Bronze sein

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In die Jahre gekommen: Die drei Stahlglocken mit dem stählernen Glockenstuhl in der Wolfhager Stadtkirche sollen in absehbarer Zeit ausgetauscht werden. Links Werner Kepper, Vorsitzender des kirchlichen Bauausschusses. 

Wolfhagen. Bis zum runden Geburtstag sind es noch genau sieben Jahre. Ob die Glocken in der Wolfhager Stadtkirche St. Anna ihren 100. Geburtstag unterm Turmhelm tatsächlich erleben, ist offen.

Die wuchtigen Klangkörper sind aus Stahl, und Stahlglocken haben eine durchschnittliche Haltbarkeit von 100 Jahren.

Schwergewicht: Die große Glocke wiegt drei Tonnen.

Deswegen wurde der Austausch des Geläutes auch als eigener Bauabschnitt in die umfangreiche Sanierung der Stadtkirche aufgenommen. Die Neuen, so war man sich in den Gremien der evangelischen Kirchengemeinde einig, sollten aus Bronze sein, dem klassischen Gussmaterial für Glocken. Das sei langlebig und wohlklingender, erzählt Werner Kepper, Vorsitzender des Bauauschusses. Und die Glocken seien bei gleicher Tonhöhe und Lautstärke wesentlich kompakter. Das hätte einen weiteren Vorteil: Man könnte von derzeit drei großen Glocken auf fünf aufstocken. Das wäre einer Kirche von der Größe und Bedeutung der Stadtkirche durchaus angemessen, gibt Kepper die Einstellung des Kirchenvorstandes wieder.

Allerdings gelte es zunächst, die noch offenen Arbeiten bis zum sechsten Bauabschnitt abzuschließen – dazu gehört auch der Anbau eines Stuhllagers – und dann die finanziellen Möglichkeiten zu prüfen.

Rund 250.000 Euro werde ein neues Geläut kosten, allerdings inklusive eines neuen Glockenstuhls, also dem Gerüst, an dem die Glocken befestigt sind. Das ist im Wolfhager Kirchturm ebenfalls aus Stahl und hat gravierende Nachteile: Die Schwingungen der Glocken werden ungedämpft auf das Mauerwerk des Turms übertragen. Auf Dauer werde so das Gemäuer rissig. In der Vergangenheit seien immer wieder Ausbesserungsarbeiten am Turm vorgenommen worden, so Kepper.

Der neue Glockenstuhl soll aus Eichenholz sein, das sei dank seiner schwingungsdämpfenden Eigenschaften für diesen Zweck das ideale Material.

Eilig habe man es mit dem Glockenaustausch derzeit nicht, betont der 62-Jährige. Außer, dass trotz eines Schutzanstrichs leichter Rost festzustellen ist, machen die jetzigen Glocken nicht unbedingt den Eindruck, dass sie in Kürze den Dienst quittieren wollen. So werde man in Ruhe den Sanierungsplan abarbeiten und sich dann dem Glockenprojekt widmen. Vielleicht finden sich ja auch in der Zwischenzeit Geldgeber, die die Anschaffung des neuen Geläuts finanziell unterstützen wollen.

Der Verkauf der neusten DVD des Wolfhager Filmemachers Dirk Lindemann über den Besuch der früheren Bischöfin Margot Käßmann zum Neujahrsempfang trägt bereits dazu bei.

Quelle: HNA

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