Gesundheitsamt rät zu baldiger Schutzimpfung

Neue Grippewelle kommt: Schlagartiger Krankheitsbeginn

Grippewelle ist im Anmarsch: Das Gesundheitsamt der Region Kassel rät zur baldigen Schutzimpfung. Vor allem Menschen über 60 Jahre sollten sich impfen lassen. Foto: dpa

Wolfhager Land. Der Winter naht und damit die Grippe-Saison: In Deutschland ist jedes Jahr mit einer mehr oder weniger starken Grippewelle zu rechnen. In den vergangenen Jahren begann sie meist im Januar/Februar. Die Schwere der Grippe-Saison lässt sich nicht genau vorhersagen.

Die Grippewelle 2012/2013 war mit einer Dauer von 19 Wochen ungewöhnlich lang und schwer, weiß Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes der Region Kassel. „Es gab bundesweit geschätzte 7,7 Millionen grippebedingte Arztbesuche mit 3,4 Millionen Krankschreibungen, was gemessen an den letzten zehn Jahren einen neuen Rekordwert darstellt“, erklärt die Medizinerin. Todesfälle aus der Region sind dem Gesundheitsamt zwar nicht bekannt, bundesweit werden aber mehr als 10.000 Menschen jährlich Todesopfer der Grippe.

„Im Gegensatz zum so genannten grippalen Infekt, der in der Regel schleichend mit Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schnupfen und Halsweh beginnt, ist der Grippebeginn häufig schlagartig innerhalb weniger Stunden von Null auf Hundert“, schildert Müller. „Die Betroffenen fühlen sich kurz nach Krankheitsbeginn schwer krank und sind kaum belastbar.“ Ist dann noch das Immunsystem geschwächt, wie oft bei älteren Menschen und chronisch Kranken, könne die Infektion mit den Influenza-Viren im Extremfall tödlich enden.

Müller empfiehlt die Impfung daher „ganz dringend für Menschen über 60, Patienten mit chronischen Erkrankungen, Schwangere, medizinisches Personal und Menschen mit Berufen mit hohem Publikumsverkehr.“

Die beste Zeit, um sich impfen zu lassen, liegt in den Monaten Oktober und November, weil man damit den Schutz aufbaut, bevor die Grippewelle richtig losgeht. Die meist kostenfreie Impfung ist in allen Hausarzt- und internistischen Praxen erhältlich.

Hintergrund: Ansteckungsrisiko reduzieren

Kein Impfstoff schützt den Geimpften zu 100 Prozent. Das betrifft vor allem Personengruppen, deren Immunsystem generell weniger gut auf Impfungen anspricht. Oder solche, die sich zu spät impfen lassen und somit das Risiko eingehen, an der Virusinfektion zu erkranken, bevor der Impfschutz aufgebaut ist. Ergänzend zur Impfung kann das Ansteckungsrisiko durch einige einfache hygienische Maßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen sowie Husten und Niesen in die Armbeuge oder in ein Einmaltaschentuch verringert werden. Zudem sollten an Grippe Erkrankte engen Kontakt zu gefährdeten Personen möglichst meiden. (mel)

Von Melanie Triesch

Quelle: HNA

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