JVA-Schwalmstadt bildet neue Hüter der Schlüssel aus

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Neuer Arbeitsplatz: Für Melanie Weirich und Stefan Kurz, vorne von rechts, und die neuen Beamtenanwärter wird das Funkgerät künftig zur Ausstattung gehören. Sie traten gestern ihren Dienst in der JVA an. Wegen der Neuordnung der Sicherungsverwahrung startete die Ausbildung erstmals in Ziegenhain. Ihre Ausbildung begleitet Ausbildungsleiter Eberhard Manz (Dritter von rechts).

Ziegenhain. Am Ende sollen drei blaue Sterne die bestandene Laufbahnprüfung auf der Schulterklappe der blauen Uniform markieren: Gestern startete für drei Frauen und 14 Männer ein Ausbildungslehrgang für Justizvollzugsbeamte - ein Auftakt erstmals im Ziegenhainer Gefängnis.

Grund für die Premiere in Schwalmstadt ist der Ausbau des Standorts als zentrale hessische Einrichtung für Sicherungsverwahrung. Insgesamt werden vor dem Hintergrund der Neuerungen in der Sicherungsverwahrung 25 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen.

Die neue Abteilung Sicherungsverwahrung werde 45 erfahrene und qualifizierte Vollzugsbeamte binden, erklärte Karsten Koudela, als Geschäftsleiter in der JVA zuständig für Personal, Organisation und Budget. Dadurch entstehe ein erheblicher Personalbedarf. Deshalb gebe es einen zusätzlichen Ausbildungslehrgang. Der Auftakt dazu in Schwalmstadt sei eine Besonderheit, erklärte Dr. Volker Fleck, stellvertretender Anstaltsleiter. Üblicherweise fänden die theoretischen Lehrgänge in einer zentralen Fortbildungsstätte in Wiesbaden statt.

Trainiert werden müssen Fähigkeiten, die weit über den bei den Vollzugsexperten im Gefängnis nicht gerne gehörten Begiff des „Schließers“ hinausgehen. Sicherheit und Resozialisierung sind nur einige der Stichworte, die Fleck den jungen Beamtenwärtern mit auf den Weg ins neue Berufsleben gab. Vollzugsbeamte seien Bindeglied zwischen Verwaltungs- und therapeutischem Personal, müssen aber auch die Sprache von Mördern, Sexualstraftätern, Dieben und Betrügern verstehen.

Betreuer, Behandler und Ansprechpartner für Schwerverbrecher, das werden künftig auch Melanie Weirich (36) aus Stadtallendorf und Stefan Kurz (31) aus Neukirchen sein.

Gestern stand für die Industriekauffrau und den ehemaligen Soldaten noch das Erkunden einer vollkommen abgeschlossenen Welt hinter Stacheldraht und dicken Mauern auf den Programm. Bald werden der große Schlüssel und das Funkgerät schon alltägliche Werkzeuge im Beruf sein. „Nicht nur ein interessanter, sondern wahrlich auch ein sicherer Job“, bringt es Melanie Weirich auf den Punkt.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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