Abwassersplitting wird derzeit in vielen Kommunen vorbereitet

Die neue Kanalgebühr ist besser als ihr Ruf

Schwalm-Eder/Neukirchen. Wo es sie noch nicht gibt, wird sie bald eingeführt, die gesplittete Abwassergebühr. In vielen Gemeindeverwaltungen im Landkreis wird derzeit unter Hochdruck an der Umstellung gearbeitet, die in vielen Kommunen ab Januar 2013 greift.

Dann ist nicht mehr allein das entnommene Frischwasser maßgeblich für die Kanalgebühr. Zu Buche schlägt dann auch die Regenwassermenge, die ins öffentliche Netz und damit in die Kläranlagen gelangt.

Die gute Nachricht: Die meisten Grundstückseigentümer zahlen nach der Umstellung weniger. In Neukirchen zum Beispiel sinken nach Angaben von Heinz Ross, Betriebsleiter Stadtwerke, für 1500 Eigentümer die Kosten. Für die übrigen knapp 700 wird es allerdings teurer. Wer große Dach- und versiegelte Flächen sein eigen nennt, der muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Viel kostspieliger kommt die gesplittete Abwassergebühr zum Beispiel einen Supermarktbetreiber. Dort wird sehr wenig Wasser verbraucht, aber von Dächern und Parkplätzen gelangen große Wassermengen ins Netz. Ross: „Ein Drittel der Kosten in Kläranlagen entstehen durch Regenwasser.“

„Wir raten seit Langem, die gesplittete Abwassergebühr einzuführen“, sagte Tobias Schilly (Hessischer Städte- und Gemeindebund) auf Anfrage der HNA. Es führe kein Weg an ihr vorbei, da eine eindeutige Rechtssprechung umzusetzen sei. Die dringt auf mehr Gerechtigkeit im Gebührensystem. Schilly: „Viele der rund 400 kreisangehörigen Kommunen in Hessen sind derzeit dabei, entsprechende Kalkulationen durchzuführen.“

Spangenberg etwa, wo die Gebühr Anfang nächsten Jahres kommt. Dort hat wie in den meisten Schwalm-Eder-Kommunen ein spezialisiertes Unternehmen Luftaufnahmen der Gemarkung hergestellt, die als Grundlage für den Versiegelungsgrad der Flächen dienen. Dazu können die Eigentümer jetzt in einem Bogen Stellung nehmen.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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