Konzentration auf alte Tugenden und erneuerbare Stromquellen

SPD-Unterkreis: Neue Karten zeigen auf Energie

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Führungsmannschaft: von links Erwin Hochfeld, Wolfgang Marx, Gerhard Pflug, Regine Müller, Carmen Hucke-Eckhardt, Tanja Zülch-Mach, Nils Ulloth, Helmut Balamagi und Volker Damm.

Gilserberg. Für die Genossen des Unterkreises Ziegenhain war der Kommunalwahlkampf am Freitagabend noch immer nicht vollständig gestemmt: Hans-Ulrich Merle steht die Bürgermeister-Stichwahl in Ottrau noch bevor, und der Konferenz war anzumerken, wie wichtig die Eroberung des Postens tief im Südkreis für die SPD ist.

Bestimmen konnten die Sozialdemokraten des Altkreises bei ihrem Treffen im Gasthof Steller in Gilserberg indes nur ihre Führungsmannschaft für die nächsten zwei Jahre. Landtagsabgeordnete Regine Müller wurde in ihrem Vorsitz einstimmig bestätigt, auch die übrigen Posten wurden ohne Gegenstimme besetzt.

Die alte und neue Vorsitzende forderte nach der Kommunalwahl den Blick auf die Energiepolitik zu richten. Trotz stattlicher Mehrheit im Kreis habe die Partei nicht so profitiert, wie erhofft. Dabei besitze die SPD auch Dank ihres verstorbenen Experten Hermann Scheer ein hervorragendes Energiekonzept, doch das sei nicht ausreichend rübergekommen. Die Arbeitsmarktpolitik sei der Partei unterdessen auf die Füße gefallen. Dennoch seien die Ergebnisse auf kommunaler Ebene insgesamt erfreulich. Ihr Rezept: Die gute alte SPD müsse sich zeigen, denn „das Soziale haben uns die Leute nicht mehr so abgenommen“.

Das Ziel absolute Mehrheit nicht erreicht, aber das zweitbeste Parteiergebnis auf Kreisebene nach Kassel-Land erzielt - mit dieser Einordnung eröffnete Landrat Frank-Martin Neupärtl seine Rede. In Oberaula hätten die Sozialdemokraten auf Gemeindeebene mit über acht Prozent Minus den herbsten Verlust eingefahren, in Kommunen wie Frielendorf, Ottrau und Gilserberg jedoch auch zugelegt.

Kritik übte der SPD-Unterbezirksvorsitzende am Kumulieren und Panaschieren. Über 5500 Stimmzettel seien im Landkreis ungültig gewesen: 6,7 Prozent. „Diese Frage muss thematisiert werden“, folgerte Neupärtl. Vom Hoch der Grünen-Welle solle sich die SPD als stärkste Kraft im Kreis nicht beeindrucken lassen: „Wellen kommen und gehen, in fünf Jahren werden die Karten neu gemischt.“ „Raus aus der Atomkraft, im Kleinen fängt es an“, sagte er. Die Verleihung des Gold-Awards der Vereinten Nationen an den Kreis zeige, dass man auf dem richtigen Weg sei.

Den will Neupärtl bekanntlich am liebsten mit der FWG-Fraktion weitergehen, die seinem „Nasenfaktor“ am besten entspricht. „Mehrheit ist Mehrheit“, befand der Landrat im Bezug auf den engen rechnerischen Vorsprung von nur einer Stimme für die Neuauflage einer Zusammenarbeit mit den Freien Wählern. Das letzte Wort werde der Parteitag am 7. Mai haben. (aqu)

Der neue Vorstand:

Vorsitzende: Regine Müller (Ziegenhain); Stellvertreter: Erwin Hochfeld (Willingshausen), Carmen Hucke-Eckhardt (Frielendorf), Björn Spanknebel (Gilserberg), Beisitzer: Wolfgang Marx (Schwarzenborn), Gerhard Pflug (Frielendorf), Tanja Zülch-Mach (Ziegenhain), Nils Ulloth (Gilserberg), Helmut Balamagi (Niedergrenzebach), Patrick Gebauer (Treysa), Wilhelm Kröll (Treysa), Schriftführer: Volker Damm (Willingshausen), Pressereferent: Sebastian Vogt (Treysa),

Quelle: HNA

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