Tipps von der Polizei

Neue Motorradsaison forderte zwei Tote im Kreis Kassel

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Sicher auf der Straße unterwegs: Die Polizei empfiehlt Motorradfahrern regelmäßiges Sicherheitstraining um Unfällen vorzubeugen.

Kreis Kassel. Bevor die Motorradsaison richtig begonnen hat, sind schon zwei Menschen gestorben. Die Polizei gibt Tipps, wie Sie sicher fahren und warum gerade der Anfangsbereich der Saison schwierig ist. 

Am Dienstag verunglückte ein 20-jähriger Motorradfahrer zwischen Zierenberg und Calden tödlich und am 11. März erlag ein 28-jähriger Wolfhager bei einem Unfall zwischen Altenstädt und Ippinghausen seinen schweren Verletzungen. 

Laut Polizei-Pressesprecher Matthias Mänz sind diese beiden tödlichen Motorradunfälle aus dem Landkreis Kassel die ersten in ganz Nordhessen.

Steigende Temperaturen und Sonnenschein werden am kommenden Wochenende wieder zahllose Motorradfahrer zur ersten Ausfahrt animieren. Und damit steigt auch die Gefahr von Unfällen weiter. „Die meisten Motorradunfälle passieren am Anfang der Zweiradsaison“, so Mänz.

Die Zahl der Motorradunfälle vom vergangenen Jahr will die Polizei erst Anfang nächster Woche veröffentlichen. Im Jahr 2015 starben acht und 2016 zehn Biker auf nordhessischen Straßen.

Gefühl fürs Fahren

Kurvenreiche Strecken oder Einmündungen von Feldwegen gelten nach Angaben des Polizeisprechers als Gefahrenbereiche. Er nennt mehrere Gründe, weshalb die meisten Motorradunfälle im Frühling passieren.

„Die Fahrer müssen nach dem Winter erstmal wieder ein Gefühl für ihre Maschine entwickeln. Und auch Autofahrer brauchen einige Zeit, um sich wieder auf Motor- und Fahrräder im Straßenverkehr einzustellen“, sagt er. „Die Silhouette der Motorradfahrer wird von Autofahrern noch nicht richtig wahrgenommen, weil im Winter kaum Zweiräder unterwegs sind“, sagt er. Deshalb appelliert Matthias Mänz an alle Verkehrsteilnehmer, rücksichtsvoll und vorausschauend zu fahren und Kurven nicht zu schneiden.

Um das Unfallrisiko zu verringern, sollten Fahrer zu Beginn einer Saison ihre Zweiräder technisch überprüfen und erst kleinere Strecken fahren, ehe größere Ausflüge angepeilt werden.

Fahrsicherheitstraining macht sicherer

Rund die Hälfte der verunglückten Motorradfahrer ist für den Unfall selbst verantwortlich. Darauf weist die Polizei hin. Hauptursachen für Unfälle sind damit zu schnelle Fahrweise, die Missachtung der Vorfahrt und Fehler beim Abbiegen. Die Polizei appelliert deshalb an alle Verkehrsteilnehmer, sich im eigenen Interesse an die Verkehrsregeln zu halten.

Tipps von der Polizei

Das Polizeipräsidium Nordhessen in Kassel gibt Tipps, die Motorradfahrer beachten sollten, bevor sie eine Spritztour unternehmen:

• Kontrollieren Sie die technischen Einrichtungen ihres Motorrades auf Funktionstüchtigkeit und Sicherheit. Sollten Sie unsicher sein, bringen Sie das Motorrad einem Fachhändler zur Inspektion.

• Überprüfen Sie ihre Ausrüstung auf Passgenauigkeit und Abnutzung. Nur wenn alles passt, ist die Ausrüstung noch sicher. Wer auf Schutzkleidung verzichtet, riskiert seine Gesundheit.

• Nehmen Sie an einem Fahr- und Sicherheitstraining teil, um ihr Fahrkönnen zu überprüfen und sich wieder langsam an die Fahreigenschaften ihrer Maschine zu gewöhnen.

Allgemeine Tipps

Folgende Tipps gelten auch für andere Verkehrsteilnehmer:

• Fahren Sie immer mit eingeschaltetem Licht.

• Achten Sie auf genügend Abstand beim Überholen.

• Behalten Sie stetig eine defensive und vorausschauende Fahrweise bei.

• Schneiden Sie keine Kurven.

• Kalkulieren Sie auf der Straße immer auch Fehler anderer Verkehrsteilnehmer ein.

• Rechnen Sie stets mit dem Fehlverhalten der Anderen, viele sind beispielsweise zu schnell unterwegs.

• Machen Sie sich sichtbar – nicht nur in der Dunkelheit.

Tipps vom ADAC

Der ADAC empfiehlt Motorradfahrern bestmögliche Schutzkleidung: Dazu zählen ein ECE-Helm, Motorradlederhandschuhe, Motorradstiefel, Nierengurt, gegebenenfalls separater Rückenprotektor. Außerdem eine Jacke mit großflächigen Protektoren an Schulter, Ellenbogen/Unterarm, Rücken und eine Hose mit Protektoren an Hüfte sowie Knie beziehungsweise Unterschenkel. Enduro-Fahrer sollten Cross-Stiefel tragen. Sie schützen die gefährdeten Unterschenkel und Füße am besten.

Welche Touren für Motorradfahrer es gibt, lesen Sie hier

Quelle: HNA

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