Digitale Technik wird in den nächsten Wochen eingebaut

Eine der modernsten Notfall-Leitstellen geht bald im Schwalm-Eder-Kreis in Betrieb

Vier Bildschirme im Blick: Unser Foto zeigt den ersten Arbeitsplatz in der neuen Leitstelle Schwalm-Eder mit von links dem Leitstellen-Disponenten Andreas Kömpel, Landrat Winfried Becker sowie Uwe Wunsch, dem stellvertretenden Fachbereichsleiter für den Brand- und Katastrophenschutz sowie den Rettungsdienst. Foto: Rohde

Schwalm-Eder. Eine der landesweit modernsten Leitstellen für den Brand- und Katastrophenschutz sowie den Rettungsdienst entsteht derzeit in Homberg.

Das Gebäude im Behördenzentrum in der Waßmuthshäuser Straße ist längst fertig, die Technik soll in den nächsten Wochen eingebaut werden.

Im Ausschreibungsverfahren habe es Verzögerungen gegeben, erklärte Landrat Winfried Becker. Im April/Mai werde die Leitstelle ihre Arbeit aber aufnehmen. Für die europaweite Ausschreibung der Funktechnik sei das Land zuständig. Ein Anbieter habe gegen die Ausschreibung geklagt, doch dieses Verfahren sei nun abgeschlossen.

Becker: „Unsere Leitstelle wird hessenweit die erste sein, die diese Technik erhält“. Die neue Zentrale kostet 1,3 Millionen Euro. 630.000 Euro entfallen auf das Gebäude, 450.000 Euro auf die Technik. Der Rest sind Nebenkosten.

Parallel werde die Ausstattung der Feuerwehren und Rettungsdienste mit digitalen Funkgeräten und digitalen Meldegeräten vorangetrieben. Erst wenn diese Ausrüstung komplett ist, könnten alle Vorteile des digitalen Systems genutzt werden.

Die meisten der benötigten 2500 Funkgeräte seien bereits angeschafft worden, die digitalen Melder für die Feuerwehrleute und Sanitäter sollen nach und nach folgen. Die Leitstelle ist rund um die Uhr mit mindestens zwei Mitarbeitern besetzt, bei besonderen Ereignissen können es auch mehr sein. Zwölf so genannte Disponenten teilen sich den Schichtdienst auf, darüber hinaus gibt es einen Leitstellenleiter und Administrator.

Die Arbeitsbedingungen in der jetzigen Leitstelle - 16 Jahre alt - seien nicht mehr tragbar, sagt Becker. Drei Tische befinden sich in einem Raum, zwei weitere in einem anderen. Künftig sind alle fünf Tische in einem Raum untergebracht. Und der Stabsraum ist gleich nebenan. Becker: „Ein Riesenvorteil.“

Hintergrund: 41.190 Einsätze in einem Jahr

Alle Notrufe unter der Nummer 112 landen bei der Leitstelle Schwalm-Eder in Homberg. 41.190 Einsätze von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Krankentransporten koordinierten die Disponenten im Jahr 2015.

In erster Linie (19.921 Fälle) handelte es sich um Notfalleinsätze, bei denen der Rettungswagen gerufen wird, aber keine lebensbedrohliche Situation vorliegt. Rettungsassistenten und Notfallsaniträter übernehmen diese Aufgabe. In 6113 Fällen rückte der Notarzt aus. Hinzu kommen 13.487 Krankentransporte und 1669 Feuerwehreinsätze. Insgesamt führten die Mitarbeiter der Leitstelle nach dieser Statistik 821.390 Gespräche.

Quelle: HNA

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