Neue Pfarrerin für Altenhasungen: „Im Dorf bin ich richtig“

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Auf den Spuren der Kindheit : In ihrer Schulzeit hat die neue Pfarrerin Anja Fülling mit Freundinnen in Altenhasungen gespielt. 

Altenhasungen. Mit Neugier und ganz viel Vorfreude erkundet Anja Fülling derzeit die Dörfer, mit denen sie sich schon als Kind verbunden gefühlt hat und in die sie heute als Pfarrerin zurückkehrt.

In Altenhasungen und Nothfelden hat sie Freundinnen besucht und Kindergeburtstage gefeiert, in Wenigenhasungen ist sie zur Schule gegangen.

Für die neue Pfarrerin der Pfarrstelle Altenhasungen, zu der Wenigenhasungen, Nothfelden und das Seniorenzentrum in Wolfhagen gehören, ist alles vertrautes Terrain. „Ich liebe das Dorf und ich will nirgendwo anders Pfarrerin sein, hier bin ich richtig“, sagt die 40-Jährige, die in Bründersen geboren wurde und einen erwachsenen Sohn sowie zwei Stieftöchter hat. Von dort ging sie nach Marburg zum Studieren, legte ihr Vikarat in Hofgeismar ab und war acht Jahre in Josbach und zwei anderen kleinen Orten bei Marburg Pfarrerin.

Für sie sei der Zugang zu den Menschen leicht gewesen, weil sie verstehe, wenn die Leute auf dem Land übers beste Wetter zum Heu machen redeten. „Ich bin in der Landwirtschaft groß geworden und habe selbst Rüben ausgemacht“.

Doch bei aller Bodenständigkeit ist die neue Pfarrerin, die Ende März mit ihrem Mann in das Altenhasunger Pfarrhaus einzieht, auch jemand, der gern neue und ungewöhnliche Wege geht. Als bei der Aktion für Muskelkranke auf Facebook viele Menschen Videos posteten, bei denen sie sich mit Eiswasser übergießen ließen, trat Anja Fülling in die erste Reihe. Der kühle Guß brachte eine ordentliche Spendensumme ein.

Ihre Konfirmanden in Josbach freuten sich über eine Abenteuer-Freizeit, nachdem die Pfarrerin eine Weiterbildung in Wildnis- und Erlebnispädagogik absolviert hatte. Seitdem weiß sie, wie man „ein Outdoor-Lager einrichtet, Flöße baut und sich von Kirchtürmen abseilt“, scherzt Anja Fülling, die mitreißend lachen kann. Ernst wird sie, wenn sie davon erzählt, wie sie Sterbende begleitet, und wie wichtig ihr die Seelsorge in den Gemeinden ist.

Als nächstes steht für sie die Einarbeitung an. Mit ihrer Amtsvorgängerin Marita Fehr hat sie sich schon mehrfach ausgetauscht. Sie freue sich auf Ideen ihrer Gemeinden und habe selbst einiges in petto. Gemeinschaft liebt sie, gemeinsam singen, Musik machen und Spielen. Sie freut sich schon auf die Ritterspiele in Nothfelden. Als Ausgleich zur Arbeit tanzt die Seelsorgerin mit ihrem Mann, der selbst Pfarrer ist.

Ihr Traum ist es, Theater zu spielen. Das ihr das liegt, zeigt sie, als sie erzählt, wie sie mit den Landfrauen im Karneval das Thema „Michel aus Lönneberga“ umgesetzt hat: Aus Anja Fülling wird kurzzeitig die zeternde Krösa-Maja, bis die Mitglieder des Altenhasunger Kirchenvorstandes vor der Tür der Gemeindescheune stehen und mit ihrer neuen Pfarerrin alles für einen guten Start am 1. April vorbereiten wollen.

Quelle: HNA

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