Neue Pfarrerin in Metze: Sie ist eine, die zupackt

Gut gelaunt und frohen Mutes: Margarete Deist ist die neue Pfarrerin für das Kirchspiel Metze, Gleichen und Ermetheis. Das Bild zeigt die 54-Jährige im Fenster des Pfarrhauses vor der Metzer Kirche. Foto: Dewert

Metze. Am Telefon klang Margarete Deist etwas unwirsch – das ist sie aber nicht. Im Gegenteil, die resolute Pfarrerin weiß nur, was sie will und das äußert sie auch. Am Sonntag wird die 54-jährige mit einem Gottesdienst in Metze vorgestellt – zum Kirchspiel gehören noch Gleichen (Gudensberg) und Ermetheis.

Wenn sie erzählt, lächelt sie viel. Und das liegt nicht daran, dass sie künftig mit ihrer Familie im angeblich schönsten Pfarrhaus des Kirchenkreis wohnt. Denn auch in Schrecksbach hatten es sich Hans-Dieter Deist und sie „sehr schön gemacht“. Vermissen wird sie auch den großen Garten. Der in Metze kann da nicht mithalten, dafür wird dort erst einmal viel zu tun sein.

Margarete Deist folgt auf Tanja Griesel. Deren schriftstellerische Ambitionen teile sie zwar nicht, veröffentlicht habe sie aber schon zwei Kirchenführer. Zur Familie gehören noch zwei Söhne (17 und 19 Jahre alt), der 17-Jährige werde aber zurückbleiben und sein Abitur an der evangelischen Melanchthon-Schule in Steinatal beenden.

„Der Schritt in die Selbstständigkeit wird ihm nicht schwerfallen. Ich war ohnehin nie der Typ Mutter, der springt, wenn die Kinder pfeifen“, sagt sie. Dafür war sie wohl auch zu gut beschäftigt. Zuletzt unterrichtete sie mit einer halben Stelle an der Paul-Julius-Reuter-Schule in Kassel und arbeitete in Neukirchen und Nausis als Pfarrerin und in der Jugendarbeit. Auch wenn sie gerne Auto fahre, sei sie froh, künftig nur noch einen Dienstort habe und nicht drei. Für Metze habe sie sich unter anderem auch entschieden, weil sie sich vorstellen könne, dort lange zu bleiben.

Apropos lange: In gefühlter grauer Vorzeit habe sie eine Ausbildung zur Diätassistentin gemacht und auch drei Jahre in dem Beruf gearbeitet. Aber das war irgendwann Ende der 1970er-Jahre.

Aber Deist lebt im Hier und Jetzt: Und für das Jetzt hat sie sich vorgenommen, die Gemeinde kennen zu lernen. „Ich möchte herausfinden, was für Menschen hier leben, welche Wünsche sie haben“, sagt sie.

Sie verlasse gerne gewohnte Bahnen bei ihrer Gemeindearbeit. Aber das gehe nur mit den Menschen. Sie sei sehr gespannt. Ihr Auftrag sei zwar auch, die Kirche voll zu bekommen, aber nur daran dürfe sich eine Pfarrerin nicht messen lassen. Deist hat eine Zusatzqualifizierung für Seelsorge und Gesprächsführung und diese Fähigkeit möchte sie den Menschen auch anbieten. „Ich sehe mich auch als politischer Mensch, das heißt, ich mische mich auch ein, wenn ich darum gebeten werden.“ Die Kirche müsse ein Bestandteil der Gesellschaft sein.

Wenn sie davon zuviel hat, läuft sie gerne durch den Wald. „Das ist eine Möglichkeit der inneren Einkehr Genauso wie die Gartenarbeit.“ Allerdings lohne sich diese nur, wenn sie einige Stunden Zeit habe. Blumenwiesen – gerne auch hinter dem Haus – und ein Glas Rotwein auf der Terrasse schätzt sie ebenso. Die Hutschnur geht ihr indes hoch, wenn man sie instrumentalisieren will. „Ich lasse mich ungern einspannen. Und bestimmt muss ich an meinem diplomatischen Geschick arbeiten.“ Sie sage ihre Meinung gerade heraus. Wer das nicht persönlich nimmt, wird sich prima mit ihr verstehen.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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