Neue Räume für mehr Wachstum

Das Melsunger Unternehmen Faubel hat seinen Betrieb auf dem Firmengelände in Melsungen erweitert. Ein 3500 Quadratmeter großer Neubau steht nun zusätzlich für die Produktion zur Verfügung.

Der zweigeschossige Bau wurde an das bestehende Gebäude am Schwarzenberger Weg in Melsungen angebaut. Die Ausweitung sei nötig gewesen, weil die Produktion in den vergangenen Jahren stetig gewachsen sei, sagte Geschäftsführer Martin Kuge. Außerdem wurde mehr Platz für das Lager und die Entwicklung innovativer Bereiche benötigt.

Im Obergeschoss befindet sich die Entwicklungsabteilung Smart Label Production. Dort werden neue Technologien zur Etikettenherstellung eingesetzt und weiterentwickelt. Zum Beispiel die RFID-Technik (Radio-Frequenz-Identifiktion). Bei dieser Technik werden Radiowellen genutzt, um Objekte zu identifizieren. Elektronische Mini-Chips werden ins Etikett eingebaut. Über Sensoren kann so zum Beispiel die Temperatur aufgezeichnet werden, um etwa zu beweisen, dass die Kühlkette bei einem Medikament eingehalten wurde.

Eine andere Innovation ist die e-Paper Technik. Die Medikamente werden mit einem elektronischen Etikett versehen, über das Daten über große Distanzen hinweg im Nachhinein geändert werden können. Falls sich im Verlauf einer medizinischen Studie etwa das Verfallsdatum eines teuren Medikamentes verlängere, könne dies elektronisch nachgebessert werden, sagt die Öffentlichkeitsmitarbeiterin Miriam Hüther. Dann müsse das Medikament nicht entsorgt werden. Das Unternehmen arbeitet primär für die Pharmabranche. „Wie stellen sehr sensible Produkte her“, sagt Kuge. Daher unterliegen die Daten und der gesamte Produktionsbereich besonderen Hygiene- und Sicherheitsvorschriften und einem sehr ausgefeilten Qualitätsmanagement.

Die Investitionskosten für den Neubau inklusive Einrichtung und Maschinen betrugen zehn Millionen Euro. Ein Jahr wurde gebaut. Faubel verfügt nun über eine Betriebsfläche von knapp 9000 Quadratmetern. Der Betrieb ist auf individuelle Lösungen für die Etikettierung von hochwertigen Medikamenten in der Forschung spezialisiert. 90 Prozent des Umsatzes realisiert das Unternehmen im Segment Pharma, sagt Kuge. Das sind beispielsweise Medikamente, die in der Krebsforschung eingesetzt werden. Die Produkte würden in bis zu 14 Ländern eingesetzt, weshalb die Produktbeschreibung in bis zu 40 Sprachen übersetzt werden. Eines der Hauptprodukte ist daher ein Booklet, das bis zu 113 Seiten habe und auf das Produkt aufgebracht werden kann. Im Sortiment sind auch Etiketten für geläufige Medikamente, die in der Apotheke erhältlich sind. Auch Verpackungen von Kosmetika werden bedruckt.

Quelle: HNA

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