Schule unterrichtet zukünftig in Mittelstufen

Neue Schulform an Anne-Frank-Schule in Fritzlar

Eine Hand mit einem ausgestreckten Zeigefinger. Im Hintergrund steht ein Mann.
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Symbolbild: Die Anne-Frank-Schule in Fritzlar wird die erste Mittelstufenschule im Schwalm-Eder-Kreis.

Die Anne-Frank-Schule in Fritzlar führt zum Sommer 2021 eine neue Schulform ein. Künftig werden die Schüler nicht mehr in herkömmlichen Klassen unterrichtet.

Fritzlar – Eine große Veränderung steht der Anne-Frank-Schule in Fritzlar bevor: Sie wechselt im Sommer 2021 ihre Schulform. Im Schwalm-Eder-Kreis entsteht damit die erste Mittelstufenschule. Unterrichtet wird dann nicht mehr in herkömmlichen Klassen, sondern in Stufen. So liege der Fokus auf dem individuellen Lernen, sagt Schulleiter Berthold Umbach. Konkret sieht das so aus: Von der fünften bis einschließlich der siebten Klasse befinden sich die Schüler in der Aufbaustufe. „Sie werden also nicht zu früh in die Bereiche Haupt- und Realschule aufgeteilt“, erklärt Umbach. Zu frühes Selektieren sei der falsche Weg. Einige Fächer werden leistungsbezogen in Kursen unterrichtet. Ein Sitzenbleiben ist laut Schulleiter nicht mehr möglich.

Nach der siebten Klasse gibt es dann eine Aufteilung in den Praxisorientierten Bildungsgang und den Mittleren Bildungsgang. Diese ähneln dem Niveau von Haupt- und Realschule. Die Bildungsgänge bereiten auf eine Ausbildung vor, ermöglichen den Schülern aber auch die Abschlüsse, die sie benötigen um später beispielsweise auch die gymnasiale Oberstufe, die Fachoberschule oder das berufliche Gymnasium zu besuchen. Vielfältige Einblicke in berufsbezogenen Unterricht sollen in beiden Bildungsgängen eine große Rolle spielen, sagt Umbach. Eine Kooperation mit der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule sei daher angestrebt. Viel Praxis, gemeinsames Lernen in kleineren Gruppen ohne Druck, individuelle Entwicklung – das seien die zentralen Stichworte. „Für die Schüler birgt das viele Vorteile“, so der Schulleiter. Und er geht noch weiter: „Das alte Schulsystem ist verstaubt.“

Auch Stephan Uhde, Leiter des Staatlichen Schulamtes, befürwortet die Entwicklung der Anne-Frank-Schule. Die Zusammenarbeit mit der beruflichen Schule sei eine bewährte Tradition. „Das Ziel der Mittelstufenschule ist das Gelingen des Übergangs von Schule in Beruf.“ Das Unterrichten an Haupt- und Realschulen in herkömmlichen Klassen sei dennoch nicht überholt. Ob das Angebot für andere Schulen sinnvoll sei, müsse geprüft werden. (Daria Neu)

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