Teil 1: Mord in Willingshausen

Neue Serie: Tragische Verbrechen in der Region

Willingshausen. Auch im beschaulichen Schwalm-Eder-Kreis gab es tragische und schwere Verbrechen. Die HNA blickt in einer neuen Serie auf die aufsehenerregendsten Kriminalfälle der Nachkriegsgeschichte aus dem Landkreis zurück.

Den Anfang macht ein Mord in einer Sinti-und Roma-Siedlung in Willingshausen von 1975. Vor 38 Jahren erschütterte ein tragischer Mordfall Willingshausen. In der Nacht zum Samstag, 26. Juli 1975, wurde eine 29-Jährige erschossen. Die junge Frau war mehrfache Mutter und zudem schwanger.

Die Schüsse fielen in der Julinacht vor 38 Jahren im so genannten Landfahrerlager zwischen Willingshausen und dem Vogelsbergkreis. Im Verdacht stand der 41-jährige Lebensgefährte der Frau. Mit ihm zusammen hatte sie fünf Kinder, schrieb die HNA damals. Die Kriminalpolizei hatte den Mann vorläufig festgenommen, konnte ihm die Tat allerdings nicht nachweisen.

Der Lebensgefährte, der ebenfalls in der Siedlung der Familie am Ortsrand lebte, brachte gemeinsam mit der 51-jährigen Mutter die schwer verletzte Frau ins Ziegenhainer Krankenhaus. Dort konnten die Ärzte nur noch den Tod der 29-Jährigen feststellen. Die Kugel war durch die Brust ins Herz eingedrungen und am Rücken wieder ausgetreten. Auch den sieben Monate alten Fötus konnten die Ärzte nicht mehr retten. Im Polizeibericht heißt es, sie sei gar mit Zwillingen schwanger gewesen. Dies bestätigen auch die Zeitzeugen. Die Schwalmstädter Polizei, die Kriminalpolizei aus Fritzlar sowie das hessische Landeskriminalamt ermittelten damals. Die Ermittlungen gestalteten sich schwierig: Am Tatort wurde zunächst weder das ausgetretene Geschoss noch die Tatwaffen gefunden.

Als die Polizei den Lebensgefährten vernahm, stritt dieser die Tat ab. Er und die Angehörigen des Opfers berichteten damals, es habe eine kleiner Feier in dem aus Wohnwagen und Baracken bestehenden Lagers gegeben.

Die Anwesenden hätten reichlich dem Alkohol zugesprochen. Die junge Frau sei gegen Mitternacht hinausgegangen, um nach den Kindern zu sehen. Dann fielen Schüsse. Die 29-Jährige lag blutend in einem schmalen Gang zwischen zwei Baracken.

Die Obduktion des Gerichtsmedizinischen Instituts in Marburg hatte ergeben, dass der Schuss aus nächster Nähe abgegeben wurde. Später brachten Angehörige der Polizei die Tatwaffe. Sie gaben gegenüber den Beamten an, die Waffe neben der Erschossenen gefunden und erst weggeworfen zu haben. Später hätte die Familie die Pistole vom Kaliber neun Millimeter gesucht. Wem sie gehörte, könnten sie nicht sagen.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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