Neue Statistik: Überfälle auf Spielhallen nehmen stark zu

Schwalm-Eder. Die Überfälle auf Spielotheken haben sich im Schwalm-Eder-Kreis mehr als verdoppelt. Acht Spielhallen wurden im vergangenen Jahr überfallen. 2010 waren es drei Raubüberfälle, im Jahr davor nur einer. „In den meisten Fällen wurden die Spielhallen nachts zum Ziel der Täter“, sagt Reinhard Giesa, Sprecher der Polizeidirektion.

Oft nutzten die Räuber den Schutz der Dunkelheit. „Nächtliche Öffnungszeiten - wie beispielsweise in Spielotheken - schaffen Tatgelegenheiten“, sagt Giesa. Hinzu komme, dass in den Spielhallen oft nur wenig Personal arbeite. „Meist sind es Frauen oder ältere Personen“, sagt Giesa. Sie schreckten Täter nicht ab.

Ein Indiz dafür sei auch, dass die Täter meist unbewaffnet vorgingen und die Angestellten bedrohten. „Doch auch diese Form der Gewalt hinterlässt bei den Opfern Spuren“, sagt Giesa und erklärt, dass nur sehr selten ein Täter handgreiflich geworden sei. „In diesen Fällen fürchten die Opfer fast immer um ihr Leben.“

Doch weit sind die Kriminellen nach den Überfällen auf die Spielhallen im Landkreis nicht gekommen: Sieben der acht Raubüberfälle auf Spielotheken wurden von der Polizei aufgeklärt. Ein Grund für den großen Ermittlungserfolg sei die akribische Arbeit der Ermittler. Dabei habe sich gezeigt, dass es häufig keine Ersttäter seien. Neben der Spurensicherung am Tatort helfe oft die Raumüberwachung bei der Aufklärung.

Bei diesen Überfällen sei übrigens keine große Beute zu machen, erklärt der Pressesprecher. Es handele sich um Beträge im dreistelligen Bereich. „Das sind kleine Summen, und das lohnt sich nicht, wenn man die sehr guten Ermittlungserfolge und auch noch die Strafe betrachtet“, sagt Giesa. Denn ein Raubüberfall sei kein Kavaliersdelikt, darauf stehe mindestens ein Jahr Gefängnis.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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