Neue Tagesklinik soll Kindern bei Mediensucht helfen

Schwalm-Eder. Für Kinder und Jugendliche, die unter psychischen Störungen im Zusammenhang mit der Schule oder unter Computersucht leiden, gibt es in Wabern ein neues Angebot. Heute wird die Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Karlshof offiziell eröffnet.

Bereits jetzt gibt es im ehemaligen Landgrafenschlösschen eine kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz sowie eine Drogenentzugsstation für Kinder und Jugendliche. Betreiber ist der Vitos-Konzern Kurhessen, wobei der Waberner Standort als Außenstelle der Klinik Bad Wilhelmshöhe gilt.

In der Tagesklinik gibt es zwölf Plätze für Kinder zwischen acht und 18 Jahren. Die Kinder kommen am Vormittag und bleiben bis zum Abend, die Nacht verbringen sie in ihren Familien.

Es sei ein Vorteil, dass man die Ambulanz, die Tagesklinik und ein stationäres Angebot unter einem Dach habe, sagte Dr. Ines Schröder, leitende Ärztin in Wabern. So können die Betroffenen je nach Therapiestand von einem Angebot zum anderen wechseln, behalten dabei aber ihren Therapeuten.

Die neue Tagesklinik, in der bereits junge Patienten betreut werden, hat zwei Schwerpunkte. Zum einen sind das schulbezogene Störungen. Damit sind Schulangst und -phobie sowie Versagensangst, aber auch das Syndrom der fehlenden Aufmerksamkeit ADHS gemeint.

Die Zahl dieser Erkrankungen wachse, sagt Dr. Schröder. Dafür gebe es mehrere Ursachen, die zusammenwirkten. So spiele sicher der wachsende Leistungsdruck in der Schule eine Rolle, etwa durch die verkürzte Gymnasialzeit G 8. Zudem könnten Familien längst nicht mehr so viel auffangen wie noch in vergangenen Zeiten.

Der zweite Schwerpunkt in Wabern ist die Medien- und PC-Sucht. Diese trete eher bei Jugendlichen ab 14 Jahren auf, sagt Therapeut Philipp Theis.

Mehr in der gedruckten Ausgabe.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare