Neue Art der Trauerarbeit

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Eine neue Form des Abschiednehmens: Tischlermeister Gunnar Trus bietet mit den vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten der Individualurne eine sehr persönliche Art sich von dem Verstorbenen zu verabschieden.

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, bleiben die Angehörigen mit ihrer Trauer zurück. Ihnen zur Seite steht unter anderem der Bestatter, der neben der Erledigung der Formalitäten für einen würdigen Abschied sorgt.

Tischlermeister und Bestatter Gunnar Trus aus Jesberg hat mit der Entwicklung einer Individualurne eine Möglichkeit für die Hinterbliebenen gefunden, sich aktiv mit dem Abschied auseinandersetzen zu können.

Zum einen sind die handgefertigten Urnen aus verschiedenen Holzarten und Dekoren vorgefertigt erhältlich, zum anderen können die Hinterbliebenen die Urne mit einem Bausatz aus Kiefer, Buche oder Eiche auch selbst gestalten und damit dem Verstorbenen einen persönlichen Raum geben, in dem er die letzte Ruhe findet. Dabei können Fotos, Grafiken, Gegenstände aus der Natur oder Erinnerungsstücke als Collagen auf den Einschubplatten verarbeitet werden.

„Die Hinterbliebenen erfahren hierbei eine ganz neue Art der Trauerarbeit“, erklärt Gunnar Trus. „Sie können durch das Gestalten der Urne den Tod sozusagen begreifen.“ Die individuell gestalteten Schmuckurnen bieten auch zahlreiche Dekorationsmöglichkeiten bei der Trauerfeier, sodass sie etwas von der Persönlichkeit des Verstorbenen nach außen scheinen lässt. Dabei baut Trus neben Blumen und Naturmaterialien oft Gegenstände in die Dekoration ein, die dem Verstorbenen wichtig waren oder die ihn sogar ausgemacht haben.

Auch für die Jesberger Konfirmanden sind das Leben und der Tod Themen im Konfirmandenunterricht. Gemeinsam mit dem Pfarrer besuchen die Jugendlichen den Tischlermeister, der mit ihnen über den Beruf des Bestatters spricht, ihnen Urnen und Särge zeigt und sie damit den Tod mit allen Sinnen begreifen lässt. Jeder Konfirmand fertigt eine Einschubplatte für eine Individualurne an, dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. „Auch für junge Menschen ist es wichtig, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen“, meint Gunnar Trus. „Das gehört zum Reifeprozess. Mit der Gestaltung der Platte lernen sie eine neue Art der Trauerarbeit kennen.“

Wer sich für solch eine Individualurne entscheidet, hole den Tod ein Stück weit zurück ins Leben, da ist sich Tischlermeister Trus sicher. Dieser persönliche Abschied sei für manchen in seiner Trauer sehr hilfreich. (yim)

Nähere Informationen, auch über Gestaltungsmöglichkeiten einer Individualurne: www.individualurne.de.

Quelle: HNA

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