Zierenberger Firma hatte Idee für ein innovatives Projekt

Neue Turbine erzeugt Strom aus Abwasser

Zierenberg. Die Oberelsunger Firma Krämer Energietechnik hat gemeinsam mit der Uni Kassel und dem Fraunhofer Institut eine neuartige Turbine entwickelt, die mit dem gereinigten Abwasser von Kläranlagen wirtschaftlich Energie erzeugt.

Die Idee dahinter ist so einfach wie genial: Bevor das Abwasser die Kläranlage verlässt, wird es in Rohren mit Gefälle in den Bach geleitet. An der Position, wo das Wasser abwärts fließt, wird die Turbine eingebaut und von der Wasserkraft angetrieben.

Der so erzeugte Strom senkt entweder den Verbrauch in der Kläranlage oder kann ins Netz eingespeist werden. Was die Anlage von anderen Wasserkraftwerken unterscheidet, sind Größe und Haltbarkeit: „Kleinwasserkraftwerke werden bisher erst ab einer Größe von 200 Kilowatt hergestellt. Unsere Turbinen sind einzigartig und patentiert“, erklärt Firmenchef Joachim Krämer. Sie hätten eine 20-jährige Lebensdauer, weil das Wasserrad im Unterschied zu anderen Anlagen vakuumverschlossen werde und so gegen Korrosion geschützt sei.

Die innovative Idee wird vom Land Hessen gefördert. Derzeit sind Mitarbeiter der Uni und des Fraunhofer Institutes dabei, die Technik an einem Modell in Oberelsungen zu verfeinern. Im Sommer soll die erste Turbine zu Testzwecken in der Zierenberger Kläranlage laufen, etwas später baut Krämer auch in der Kasseler Kläranlage einen Wassergenerator ein. Die Kommunen erhalten die neue Technik zum Nulltarif, haben sich aber verpflichtet, ihre Kläranlage für Interessierte zu öffnen.

Wenn alles klappt, will das Unternehmen mit fünf Mitarbeitern künftig 50 Anlagen dieser Art im Jahr produzieren. Der kleinste Generator, der in Zierenberg eingebaut wird, kostet rund 10.000 Euro und fördert eine Wassermenge von 50 bis 1000 Litern pro Sekunde. Der Stromertrag liegt laut Krämer bei 8600 Kilowatt pro Jahr.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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