Nach 30 Jahren sollen die Schulden weg sein

Neuental will sich mit Hilfe der Hessenkasse entschulden

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Neuental. Einen großen Teil der Schulden könnte Neuental bald loswerden. Einstimmig sprachen sich die Mandatsträger dafür aus, die Entschuldung über die Hessenkasse anzunehmen.

Um dies zu erreichen, erhöhte das Parlament den Kassenkredit von zurzeit 6,7 Millionen Euro auf 10,2 Millionen Euro.

Im Gegenzug muss sich die Gemeinde dazu verpflichten, in den kommenden 30 Jahren 79 050 Euro jährlich an das Sondervermögen Hessenkasse zu zahlen. Die Restschuld übernehme danach das Land, so Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm. Der Anteil Neuentals an der Hessenkasse werden nach der Einwohnerzahl berechnet. Denn je Einwohner werden 25  Euro pro Jahr fällig. Dennoch sei nach den Berechnungen die Hessenkasse für die Gemeinde günstig. Denn ohne die Entschuldung würde die Ablösung 59 Jahre dauern. Die Höhe des Kassenkredits sei darauf zurückzuführen, dass die Investitionskredite zum Teil auch für die Liquidität genutzt worden seien. Allerdings sei das auch in anderen Gemeinden Praxis gewesen.

Ausgeglichener Haushalt

PhilippRottwilm

Zu den Auflagen der Hessenkasse zählen nicht nur die jährlichen Zahlungen. Die Gemeinde muss sich auch verpflichten, ab dem kommenden Jahr einen ausgeglichenen Ergebnis- und Finanzhaushalt vorzulegen. Ab diesem Zeitpunkt müssen die Tilgung und der Beitrag zur Hessenkasse grundsätzlich aus Mitteln der laufenden Verwaltungstätigkeit erwirtschaftet und eine Fremdfinanzierung vermieden werden. Darüber hinaus ist die Gemeinde verpflichtet, die Jahresabschlüsse regelmäßig und schnell vorzulegen.

Etwas Sorge bereitet Rottwilm, dass die Hessenkasse erst als Entwurf, nicht aber als Gesetz vorliegt. Dennoch sieht er in der Entschuldung eine große Chance für Neuental. Viel Lob habe es bei den Gesprächen in Wiesbaden über die Nutzung des kommunalen Rettungsschirms gegeben. Damals gab es für die Gemeinde 2,5 Millionen Euro. Der Betrag hätte höher ausfallen können, allerdings seien zahlreiche Kredite abgeschlossen worden, bevor der Rettungsschirm eingesetzt habe.

Noch in der Dorfentwicklung

Wer nun angesichts der Höhe der Entschuldung glaubt, Neuental käme ohne Kassenkredit, der künftig als Liquiditätskredit bezeichnet wird, aus, der irrt, sagt Rottwilm. Der sei schon alleine deshalb nötig, weil Neuental noch im Dorfentwicklungsprogramm sei. Um die Projekte zu finanzieren, sei ein gewisser Spielraum nötig. Denn die Förderung käme stets erst im Folgejahr.

Für Neuental sei deshalb ein Kassenkredit von einer halben Million Euro nötig. Läuft alles nach Plan, werden sich die Schulden von derzeit 18 Millionen Euro auf acht Millionen Euro verringern, rechnet Rottwilm vor.

Quelle: HNA

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