Wolfhager Stadtkirche ist nach umfangreicher Renovierung fit für die Zukunft

Neuer Glanz in Gottes Haus

Blick von der Kanzel: Pfarrer Hans Jürgen Bastek ist sichtlich zufrieden mit dem, was Handwerker und ehrenamtliche Helfer im Verlauf der Kirchenrenovierung geleistet haben. Fotos:  Norbert Müller

Wolfhagen. Stühlerücken ist angesagt. Am Sonntag, wenn die Wolfhager Stadtkirche nach der umfassenden Sanierung während eines feierlichen Gottesdienstes von Bischof Martin Hein eingeweiht wird, benötigt man jeden Platz. Im Zuge der Runderneuerung wurden die Bänke aus den Seitenschiffen dauerhaft entfernt. Bei besonderen Anlässen, wie am Sonntag, werden zusätzlich Stühle gestellt.

Dem geschäftsführenden Pfarrer Hans Jürgen Bastek ist die Erleichterung anzusehen, dass nach mehr als zwei Jahren die Sanierung der Stadtkirche nahezu abgeschlossen ist und die Einweihung wie geplant am Sonntag (siehe Bericht unten) stattfinden kann. Aber vor allem auch die Freude über das, was hier geleistet wurde - von den Handwerkern und den Ehrenamtlichen aus der Kirchengemeinde. Für gut 2,2 Millionen Euro ist das gotische Gotteshaus fit gemacht worden für die nächsten 50 und mehr Jahre.

In verschiedenen Bauabschnitten wurde das Dachwerk ertüchtigt und repariert, die Fassaden saniert. 2010 wurde mit der Innensanierung begonnen. Die bringt den Gottesdienstbesuchern nun ein großes Maß an Komfort durch den Einbau einer neuen Heizungsanlage: Warmluft- und Bankheizung sind mit einer Fußbodenheizung im Chorraum und in der Sakristei kombiniert.

Archäologische Schätze

Bei den Arbeiten stieß man auf archäologische Schätze: die Grundmauern eines früheren Chores und eine Taufanlage im Bereich des hinteren westlichen Kirchenschiffes. Beide Funde sind mit begehbaren Glasplatten abgedeckt und bleiben so sichtbar. Zudem werden sie mit eingelassenen Lampen ausgeleuchtet.

Apropos Licht. „Das neue Beleuchtungssystem ist der eigentliche Clou“, sagt Pfarrer Bastek. Für die Kirche wurde ein eigenes Lichtkonzept entwickelt, verschiedene Lichtszenen können per Druck auf einen Computerbildschirm abgerufen werden und zaubern einen neuen Glanz ins Gotteshaus. Je nach Wahl - mehr als zwei Dutzend Varianten stehen zur Verfügung, vom Sonntagsgottesdienst über Krippenspiel bis zum Weihnachtsoratorium - werden bestimmte Lampenkombinationen eingeschaltet. Über indirekte Beleuchtung werden zudem die wertvollen, restaurierten Schlussssteine illuminiert.

Aber es wurde noch mehr gemacht: die Freilegung der Sakristei, der früheren Marienkapelle, der Neuzuschnitt der Podeste auf der Orgelempore für die Chorarbeit.

Und es steht laut Pfarrer Bastek in den kommenden Jahren noch einiges an: unter anderem eine farbige Verglasung für die Fenster der Nordseite sowie der Austausch des metallenen Glockenstuhls und der in die Jahre gekommenen Stahlglocken.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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