Hof war jahrelang aus Sicherheitsgründen gesperrt 

Neuer Kirchhof in Besse: Einwohner spendeten 30.000 Euro  

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Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen: Gottesdienste können dank Außenaltar nun auch draußen gefeiert werden. Von links Ariane Leidheiser, Astrid Griesel, Elfi Eckhardt, Pfarrer Kristof Weisheit und Bernd Reinhold vom Kirchenvorstand bei der Eröffnung des Kirchhofs. 

Wer den Hof der evangelischen Kirche betritt wird staunen. Vor drei Jahren nahmen Einwohner die Renovierung selbst in die Hand. Nur noch wenig erinnert an die Rasenflächen von einst.

Der Hof der evangelischen Kirche in Besse war lange Zeit vor allem eines: eine große Baustelle. Etwa sechs Jahre lang war er, mit Ausnahme für Gottesdienste, geschlossen. Der Grund: Als die marode Mauer anfing zu bröckeln, wurde der Hof aus Sicherheitsgründen gesperrt. Fast ausschließlich in Handarbeit wurde Stein für Stein abgetragen, die jahrhundertealte Mauer wieder instand gesetzt. Doch damit nicht genug. Vor etwa drei Jahren kam die Idee auf, gleich den ganzen Kirchhof zu erneuern.

Dafür waren viele helfende Hände notwendig. Rund 80 Freiwillige schleppten Steine, örtliche Landwirte setzten mit schwerem Gerät bis zu 20 Tonnen Geröll in Bewegung. „Es steckt ein Stück von einem selbst in dem Kirchhof“, sagte der ehemalige Dekan Helmut Umbach bei der Pflanzung einer Eiche, womit der neue Kirchhof eingeweiht wurde. „Ohne das Engagement der Einwohner wäre das nicht möglich gewesen“, sagte Pfarrer Weisheit. Zu den Helfern gehörten auch Geflüchtete, die 2016 nach Besse kamen.

Was vorher ein schiefer und unbefestigter Weg war, ist nun eine neue Treppe, die vom alten Felsenkeller aus zur Kirche führt. Mitglieder des Kirchenvorstandes Ariane Leidheiser, Brigitte Lauhof, Astrid Griesel (links von vorn), Stephan Klüttermann vom Geschichtsverein Besse, Pfarrer Kristof Weisheit und Marie-Luise Fuhrmann vom Kirchenvorstand (rechts von vorn) machten eine Sitzprobe. 

Die Kirche samt 500 Jahre altem Turm sei so etwas wie das Wahrzeichen des Ortes. Der Kirchhof bietet eine weite Aussicht auf das nördliche Chattengau, den Einheimische wie Gäste nun wieder genießen können.

Doch neben kreativen Ideen musste auch viel Geld her, da von den Grünflächen bis zu den Laternen alles aus Spenden finanziert wurde. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass so viel Geld zusammenkommt“, freute sich Ariane Leidheiser vom Kirchenvorstand über die hohe Spendenbereitschaft der Einwohner. 30.000 Euro kamen zusammen, unter anderem von der Heimatstiftung der VR-Bank Chattengau und dem Verein für Geschichte und Dorfkultur Besse.

Der neue Kirchhof kann nun wieder als Treffpunkt von der Gemeinde genutzt werden. Eine große geschotterte Fläche bietet genug Platz für Open-Air-Gottesdienste und andere Veranstaltungen unter freiem Himmel. Was ursprünglich mal Treppenstufen waren, ist nun ein steinerner Altar, an dem die Predigten gehalten werden können. Der Altar wurde von einem Besser Steinmetz in ehrenamtlicher Arbeit gefertigt. Ein weiterer Platz vor dem Haupteingang mit mehreren Holzbänken lädt zum gemütlichen Plausch ein.

Zur Einweihung wurde eine Eiche gepflanzt: von links Bernd Reinhold, Hilmar Ludwig, Jörg Köhler, Björn Banze, Jan Schütz und  Jörg Lobmeier. 

Der Weg zur Kirche hinauf ist zwar immer noch steil, aber innerhalb des Kirchhofs kann man sich dank gepflasterter Wege barrierefrei bewegen. „Früher war das hier ein Friedhof, deshalb war alles eine unebene Fläche“, erklärt Leidheiser. Im Zuge der Erneuerung wurde die Basaltrinne entlang der Kirche ausgebaggert, über die das Regenwasser abgeleitet wurde. Das geschieht nun durch eine Rohrleitung in der Erde.

„Die Menschen haben lange auf ihren neuen Kirchhof hingefiebert“, so Leidheiser. Ideen für Veranstaltungen unter freiem Himmel gibt es viele – vom Erntedankfest, Jubiläen bis zu Hochzeitsfeiern.

Quelle: HNA

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