Steht seit Jahresbeginn leer

Neuer Pächter für Wagenfurther Landgasthaus gesucht

Seit Jahresbeginn steht das bisherige Wagenfurther Landgasthaus leer: Nun sucht die Gemeinde Körle einen neuen Pächter. Mit im Bild ist Wagenfurths Ortsvorsteher Olaf Kruska. Foto: Nolte

Wagenfurth. Nach knapp zwei Jahren Gaststättenbetrieb steht das Wagenfurther Landgasthaus nun seit einigen Wochen erneut leer.

Im Herbst vergangenen Jahres war der Gemeinde von den damaligen Pächtern mitgeteilt worden, dass man den Pachtvertrag zum Jahresende kündigen werde. Nun sucht die Gemeinde Körle, der das Gebäude gehört, nach einem neuen Pächter.

Grundsätzlich sei man bei dem Vorhaben für die Nutzung sehr offen, erklärt Wagenfurths Ortsvorsteher Olaf Kruska. Allerdings solle die Nutzung auch in den Ort passen. „Ich habe schon einige abenteuerliche Anrufe bekommen. Wir warten aber auf seriöse und sinnvolle Angebote“, sagt Kruska. Eine Disco wolle man im Ortskern beispielsweise nicht. Vorstellbar seien neben der gastronomischen Nutzung auch Angebote für altersgerechtes Wohnen oder die Einrichtung von Seminarräumen.

„Dass das Konzept von Schulungs- und Tagungsstätten auch in kleineren Orten gut funktioniert, sieht man in vielen anderen ländlichen Gebieten“, sagt Kruska. Vor allem biete der Standort eine gute Anbindung an Kassel, bis dorthin sind es mit dem Auto etwa 15 Minuten.

Auch der Zustand des Gebäudes sei hervorragend: Das Fachwerkhaus wurde vor etwa zehn Jahren umfassend saniert. Obwohl die Betreiber des Gasthauses in den vergangenen Jahren mehrmals wechselten, hält Kruska, der früher selbst im Gaststättenbereich arbeitete, auch die Fortführung einer Gastronomie für möglich. Die Lage am beliebten Fuldaradweg R1 locke besonders bei gutem Sommerwetter viele Menschen zur Gaststätte, die sich über den Dorfplatz außerdem in direkter Nachbarschaft zur kleinsten Fachwerkkirche Hessens befindet. Durch die zentrale Lage könne man außerdem mit einer festen Stammkundschaft rechnen.

„Dass das Konzept von Schulungs- und Tagungsstätten auch in kleineren Orten gut funktioniert, sieht man in vielen anderen ländlichen Gebieten.“

Man favorisiere ein unternehmerisches Konzept, gleichwohl sei man bereit, das Gebäude zum Wohnen zu vermieten. Auch für diese Nutzung stelle die Nähe zu Kassel, wo die Mietpreise in den vergangenen Jahren stiegen, einen großen Pluspunkt dar.

Von der zukünftigen Nutzung hängt auch ab, ob die Gemeinde weiterhin ein Dorfgemeinschaftshaus beheimaten wird. Das war nämlich bisher ebenfalls in der Gaststätte untergebracht. Allerdings habe man „die Räumlichkeiten in den letzten Jahren eher selten als Dorfgemeinschaftshaus im eigentlichen Sinne benötigt“, sagt Kruska.

Für einfache Versammlungen treffe man sich häufig auch im Gasthaus und Cafe „Wagenfurther Stuben“. 

Das sagt der Bürgermeister

Mario Gerhold, Bürgermeister von Körle, betont, dass die Gemeinde das Haus nicht leerstehen lassen will. Wenn sich kein neuer Pächter findet, müsse man auch einen Verkauf als letztes Mittel in Betracht ziehen. Der Zustand und die Lage des Gasthauses seien nicht die schlechteste. Trotzdem werde es nicht leicht, jemanden zu finden, der das Gasthaus mietet. 2002 sei das Haus umfangreich saniert worden mit Geld aus dem Dorferneuerungsprogramm.

Quelle: HNA

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