Meldeämter handeln nicht mit Adressen

Schwalm-Eder. Die Einwohnermeldeämter im Schwalm-Eder-Kreis betreiben keinen Adressenhandel. Das hat eine stichprobenartige Umfrage unserer Zeitung ergeben.

In Großstädten wie Berlin werden Adressen im großen Stil an Firmen weitergegeben, hatte das ZDF recherchiert. Für die Gemeinden ist das eine gute Einnahmequelle.

Wer im Schwalm-Eder-Kreis bei den Meldeämtern Adressen bekommen will, muss ein berechtigtes Interesse haben. Das können zum Beispiel Rechtsanwälte sein, die etwa bei einem Scheidungsverfahren eine Person suchen.

Auch der Stromversorger, dessen Rechnung zurück an den Absender ging, kann eine Auskunft erhalten. Besonders streng ist die Regelung in Fritzlar. Dort gibt es einen Magistratsbeschluss, nach dem keine Daten an Adresshändler gegeben werden dürfen, erläuterte Peter Lütting vom Einwohnermeldeamt.

„Pauschal verkaufen wir keine Adressen“, sagte auch Roland Schmidt (Melsungen). Den Mitarbeitern der hiesigen Meldeämter sind aber auch keine Anträge von Adresshändlern bekannt. Helmut Wagner (Homberg) kann sich allerdings erinnern, dass es einmal eine Anfrage eines Marktforschungsinstituts gab, das Daten von der Stadt bekam.

Auch Parteien fragen, besonders vor Wahlen, bei den Behörden an. Sie bekommen dann zum Beispiel die Adressen von Jungwählern, um diese gezielt ansprechen zu können, erklärte Doris Heinmüller (Schwalmstadt).

Auch in Borken wäre man skeptisch, wenn plötzlich ein Adresshändler massenhaft Adressen haben wollte. „So etwas ist nicht üblich“, sagte Friedhelm Wollenberg. Bei einem berechtigten Interesse, wie es im Amtsdeutsch heißt, müssen die Adressdaten bezahlt werden. Das sind in der Regel acht Euro pro Datensatz, bei Online-Anfragen kann der Betrag niedriger liegen.

Quelle: HNA

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