Verletzungsrisiko soll verringert werden

Kunstrasenplatz des TSV Spangenberg kaum noch bespielbar

+
Drecklachen auf dem Sportplatz: TSV-Vorsitzender Karsten Höhle zeigt auf marode Stellen des Kunstrasenplatzes.

Spangenberg. Linien sind zerfleddert, nasse Drecklachen ziehen sich übers Grün: Der Kunstrasenplatz des TSV Spangenberg ist kaum noch bespielbar. Deshalb gibt es einen neuen Platz – wieder mit Kunstrasen.

„Der ist 365 Tage im Jahr bespielbar“, berichtet Karsten Höhle, „auf einem Rasenplatz kann je nach Wetterlage höchstens 200 Tage im Jahr gespielt werden.“

Der TSV ist mit 970 Mitgliedern der größte Verein in Spangenberg; darunter sind 130 Kinder und Jugendliche. „Wir müssen allen Mannschaften mindestens zwei Tage pro Woche zum Training anbieten“, sagt Vorsitzender Höhle, „damit die Jugendlichen am Ball bleiben.“ Das Verletzungsrisiko muss dabei natürlich so gering wie möglich sein. In der abgelaufenen Saison hatten die Schiedsrichter mehrfach den Zustand des Platzes moniert: Das Unfallrisiko sei bald so hoch, dass Spiele nicht mehr angepfiffen werden könnten.

Der Spangenberger Kunstrasenplatz ist mittlerweile 24 Jahre alt. Und dank guter Pflege sind das neun Jahre mehr als vom Hersteller angegeben, teilt Vorsitzender Höhle mit. 1988 war der Spangenberger Platz der einzige im Kreisteil Melsungen und überall 35 Millimeter tief. Mittlerweile ist er vorm Tor nur noch 14 und in der Mitte 22 Millimeter tief. Jetzt ist er verbraucht.

Ein neuer Platz kostet rund 400.000 Euro. 187.000 Euro kommen aus dem Förderprogramm Stadtumbau West, 124.000 Euro von der Stadt, der Rest aus dem Sonderprogramm Sportland Hessen, vom Kreis und dem TSV.

Der Sportverein will im August zusätzlich ein Patenschaftsmodell initiieren. Interessenten können einen Quadratmeter Kunstrasenplatz kaufen, der im Internet virtuell dargestellt wird. Mit dem Erlös soll das Platzumfeld neu gestaltet werden, kündigte Karsten Höhle an.

Und es soll ein Pflegegerät angeschafft werden – eine Art Staubsauger, der Schmutzpartikel und Blütenstaub aus dem Platz holen soll. Das soll der Spieleigenschaft und der Langlebigkeit des Platzes dienen.

Im Frühjahr 2013 soll es so weit sein: Der alte Kunstrasen wird abgetragen und entsorgt, der neue wird aufgetragen, mit Sand und Kunststoffgranulat verfüllt. Rechtzeitig zum 150-jährigen Vereinsjubiläum sollen die Arbeiten fertig sein – mit perfekten Linien, guter Elastizität und rollendem Ball. „Auf so was spielen zu dürfen, ist schon eine Freude“, sagt Vereinsvorsitzender Höhle, selbst Fußballer in der Seniorenmannschaft ist.

www.tsv-spangenberg.de

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare