Neuer Radverkehrsbeauftragter klagt über Arbeitsmangel

Radler mit Mission: Der Radverkehrsbeauftragte Ulrich Wüstenhagen will mitsprechen. Foto: Quehl

Schwalmstadt. Die 100 Tage sind reichlich um, und Ulrich Wüstenhagen, seit Herbst auf einhelligen Parlamentsbeschluss ehrenamtlicher Radverkehrsbeauftragter Schwalmstadts, zieht keine positive Bilanz: „Ich will und wollte etwas erreichen, so kann es nicht weitergehen.“

Enttäuscht, ja frustriert sei der eingefleischte Fahrradfahrer, weil er auf Desinteresse treffe, „bei mir kommt an, alles sei gut und Veränderungen brauche man in Schwalmstadt nicht, dabei besteht dringender Handlungsbedarf“. Seine Erwartungen und Bedingungen seien nicht erfüllt, ohne eine Verbesserung der Situation sei er nicht bereit, seine Zeit weiter ehrenamtlich einzubringen.

Konkret bemängelt Wüstenhagen, dass man in Schwalmstadt und darüber hinaus nur den touristischen Radler und E-Bikefahrer im Blick habe, mindestens ebenso wichtig seien die Interessen von Schülern und Erwachsenen im Alltag. Wüstenhagen: „Die Zwölf- bis 18-Jährigen sind die größte Zielgruppe, aber sichere Radwege zu den Schulen fehlen größtenteils.“ Auch die Älteren sähen meist keine Alternative zum Auto.

Doch die künftige systematische Entwicklung des Radwegenetzes ist Wüstenhagen zufolge kein Thema, die vierteljährlichen Sitzungen des Radverkehrsbeirates seien wenig ergiebig und von protokollarischem Procedere geprägt. Statt dessen sei es geboten, verbindliche Ziele zu formulieren und ein Konzept zu verfolgen, andere Städte machten es vor, „ich hoffe noch auf eine Besserung“, das  Bekenntnis zur nachhaltigen Mobilität gehöre dazu.

Schwalmstadt als Unterzeichner der Umwelt-Charta mit ihren glasklaren Klimazielen würde dies mehr als gut zu Gesicht stehen, findet Wüstenhagen, der auch im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Schwalmstadt (Kreisverband Hersfeld-Rotenburg/Schwalm-Eder) mitarbeitet. „Ich möchte jetzt wirklich als Ansprechpartner und Sachverständiger wahrgenommen werden“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Das „oder“ behielt er für sich.

Zur Person

Der 55-jährige Maschinenbauingenieur und Vater Ulrich Wüstenhagen legt seinen Weg zur Arbeit von Allendorf/L. nach Treysa übrigens bei jedem Wetter per Rad zurück. Etwa 2.000 Kilometer fährt er pro Jahr mit seinem hochwertigen Ganzjahresrad. Ein Auto besitzt er aber auch.

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Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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