Neuer Steinbruch für Straßenbau

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Im Straßenbau wird jede Menge Gestein benötigt: Mitunter kommt es schon heute aus dem Steinbruch Morschen. Unser Archivbild zeigt Bauarbeiten am Melsunger Hessenwinkel.

Morschen/Spangenberg. Die Regionalversammlung Nordhessen entscheidet am Montag über einen Antrag zur Kalksteingewinnung in Morschen. Dabei geht es um den Neuaufschluss eines Steinbruchs auf einer 8,5 Hektar großen Fläche zwischen Morschen-Eubach und Spangenberg-Bergheim.

Für das Vorhaben muss nach Angaben des Regierungspräsidiums Kassel der Regionalplan geändert werden. In dem seien die Eubacher Flächen für eine Kalksteingewinnung nicht vorgesehen. Zu den derzeit festgeschriebenen Zielen gehöre unter anderem die Landwirtschaft und in Teilen der Naturschutz.

Betroffen ist nach den Plänen auch ein 0,5 Hektar großes europäisches Schutzgebiet. Es unterliegt der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, die Pflanzen, Tiere und Lebensräume erfasst. In Morschen geht es dabei um Kalkmagerrasen.

Allerdings liegt der maßgebliche Teil dieser Flächen nach den Planungsunterlagen des Regierungspräsidiums nicht im Abbaugebiet. Deshalb sei mit nennenswerten Auswirkungen nicht zu rechnen.

Zur Entscheidung stehen am Montag auch Auflagen der Gemeinde Morschen. Sie drängt auf die Installation einer Reifenwaschanlage, befestigte An- und Abfahrtswege und Lärmschutz zur Brecheranlage auf dem geplanten Steinbruch. Zum Abtransport des geförderten Gesteins heißt es in den Planungsunterlagen, bei einem kontinuierlichen Betrieb des Steinbruchs müsse mit 15 bis 20 Fahrzeugen pro Tag gerechnet werden.

Hintergrund: Steinbruch am Kreuzberg

Das Morschener Unternehmen Fritz Franke baut südlich von Eubach Kalkstein ab. Das Material für den Straßen-, Erd- und Tiefbau geht dort laut Regierungspräsidium zur Neige. Deshalb soll am Kreuzberg ein neuer Steinbruch aufgeschlossen werden. Die Abbaufläche ist etwa 8,5 Hektar groß und liegt einen Kilometer nördlich von Eubach und 1,5 Kilometer südlich von Bergheim. Geplant ist ein Rohstoffabbau bis zu einer Tiefe von 20 Metern. Am Ort lagern nach den Planungsunterlagen 450 000 Kubikmeter Gestein. Davon sollen pro Jahr bis zu 40 000 Kubikmeter abgebaut und in einem Radius von etwa 25 Kilometern verbaut werden.

Von Lorenz Grugel

Quelle: HNA

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