Neues Angebot der Kreisklinik Wolfhagen beim Kaiserschnitt

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Direkte Nähe: Karin Diste mit Clemens im Sektio-Top, begleitet von ihrem Mann Christian (von rechts).

Wolfhagen. Eine Neuerung an der Kreisklinik Wolfhagen soll Babys, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, direkt nach der Geburt mehr Mutterwärme ermöglichen.

Ein so genanntes Sektio-Top bietet die Möglichkeit, die übliche Zeit der Trenbnung von Mutter und Neugeborenen auf ein Minimum zu reduzieren.

Wie sich dies in der Praxis auswirkt, beschreibt eine Mutter. „Als erstes haben wir Clemens schreien hören“, erzählt Karin Diste aus Volkmarsen. Zu diesem Zeitpunkt lag sie im OP der Kreisklinik Wolfhagen. Ihr Sohn Clemens kam mittels Kaiserschnitt zur Welt. Dann ging alles sehr schnell: Die Hebamme zeigte ihr Clemens kurz und brachte ihn zur Untersuchung. Da er stabil und gesund war, bekam Karin Diste ihn gleich in den Arm gelegt. In dem Sektio-Top, das sie vor der Operation angezogen hatte, lag Clemens sicher und warm wie in einem Känguru-Beutel. „Er war sofort entspannt und hörte auf zu weinen, als er bei seiner Mama war“, erinnert sich sein Vater Christian Diste. Diese Erfahrung bestätigen auch die Mitarbeiter der Geburtshilfe der Kreisklinik Wolfhagen. Dort werden die speziellen Tops beim Kaiserschnitt seit kurzem angeboten. „Die Kinder profitieren durch die Körperwärme der Mutter“, sagt Hebamme Vera Knapp.

Sie war bei einer Fortbildung auf das Sektio-Top aufmerksam geworden und hatte ihre Kollegen schnell von dem Angebot begeistert. „Bei einer spontanen Geburt wird das Baby direkt der Mutter auf den Bauch gelegt“, beschreibt die Gynäkologin Dr. Marion Reif-Kaiser. Bei einem Kaiserschnitt ist mit der Geburt des Kindes die Operation aber noch nicht abgeschlossen. Sie dauert in der Regel weitere 15 bis 20 Minuten.

„In anderen Häusern folgt danach noch eine Narkoseausleitung im Aufwachraum, dann kommen die Mütter erst in den Kreißsaal, wo sie ihr Kind zum ersten Mal richtig in den Arm nehmen können“, sagt Vera Knapp. In der Kreisklinik kann die Mutter diese Zeit nun schon mit ihrem Kind verbringen. Sie wird aus dem OP mit dem Kind direkt in den Kreißsaal verlegt. „Die Neugeborenen entwickeln durch die Nähe zur Mutter schneller einen Saugreflex.

Dadurch wird die Bildung der Hormone Oxytocin und Prolaktin angeregt. Sie fördern die Milchbildung und das Zurückziehen der Gebärmutter“, sagt Dr. Reif-Kaiser. Dass diese frühe Bindung auch positive psychische Effekte haben kann, bestätigen die ersten Erfahrungen in der Kreisklinik. „Die Frauen, die beim Kaiserschnitt ihr Kind direkt in den Arm gelegt bekommen, entwickeln seltener Depressionen“, sagt Hebamme Vera Klaus. Die Mehrheit der Mütter, die mit Kaiserschnitt entbinden, macht daher von dem neuen Angebot Gebrauch.

„Nur bei einer Vollnarkose oder wenn das Kind medizinisch versorgt werden muss, können wir das nicht anbieten“, sagt die Frauenärztin. (nh/uli)

Quelle: HNA

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