Neues Arznei-Gesetz irritiert die Patienten

Schwalm-Eder. Viele gesetzlich Krankenversicherte sind irritiert. Seit Jahresbeginn erhalten sie in Apotheken im Landkreis andere Medikamente als bisher.

Das ist eine Folge des neuen Gesetzes, das den Arzneimittelmarkt regeln und mit dem die Gesundheitskosten gesenkt werden sollen.

Zwar seien Patienten den Austausch ihrer Medikamente schon gewohnt, jedoch würden sie nun erneut gezwungen, sich umzugewöhnen, sagt Anette Rohs von der Adler-Apotheke in Schwalmstadt. Besonders ältere Menschen, die viele Medikamente einnehmen, stünden damit vor großen Problemen. „Es kann sein, dass die auf einmal zehn neue Packungen mit neuen Namen erhalten“, so Rohs. Das führe dazu, dass die Apotheken erhöhte Aufklärungsarbeit leisten müssten und Patienten im Einzelfall die Einnahme verweigerten.

Ärzte haben nur in begründeten Ausnahmefällen die Möglichkeit, ihren Patienten ein Wunschmedikament zu verschreiben, dass dann nicht gegen ein günstigeres ausgetauscht werden dürfe, so der Fritzlarer Arzt Dr. Markus Rademacher. „Ich finde es bedenklich, dass ich gar nicht weiß, welches Medikament meine Patienten einnehmen.“

Einen weiteren Kritikpunkt nennt Dr. Alexander Schröder, Inhaber der Melsunger Rosen-Apotheke: „Auf manchen Beipackzetteln der Austauschpräparate steht nicht mal mehr die Krankheit des Patienten - natürlich sind die irritiert.“

Versicherte können seit diesem Jahr gegen Aufpreis bei ihrem alten Medikament bleiben. „Davon raten wir aber ab. Die Patienten bezahlen deutlich mehr Geld für ein Medikament, das exakt den gleichen Wirkstoff enthält“, so Dr. Wilfried Boroch von der AOK Hessen. Dass der Austausch medizinisch völlig unbedenklich sei, will Anette Rohs nicht bestätigen. „Das ausgewechselte Medikament enthält zwar den gleichen Wirkstoff, kann aber durch andere Hilfsstoffe anders wirken“.

Quelle: HNA

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