Neues Buch: So sah Fritzlar früher aus

Tanken in Flugplatznähe: An der Station von BP bediente damals Tankwart Georg Görlich die Autofahrer. Fotos aus „Fritzlar in alten Ansichten“ / nh

Fritzlar. In Fritzlar wurden einmal Lampen, Radios und sogar Spielautomaten gebaut. Ein Circus hatte in der Domstadt sein Winterquartier, Hans-Joachim Kulenkampff und Peter Frankenfeld waren da, ebenso der amerikanische Entertainer Bob Hope. Und wahrscheinlich auch die Legende Marlene Dietrich.

All diese Kapitel sind festgehalten in Fotografien, die jetzt in einem Band erschienen sind. „Fritzlar in historischen Ansichten“ heißt das Buch, das Museumschef Dr. Johann-Henrich Schotten herausgegeben hat. Von ihm stammen auch die erläuternden Texte.

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Ein ähnliches Buch hatte es zuletzt im Jahr 1988 gegeben, damals vor allem mit Postkarten, erläutert Schotten. Vor einiger Zeit trat der Sutton-Verlag an Schotten mit der Bitte heran, das Buch zu erstellen.

Der Historiker wühlte sich durch die Archive und viele Privatsammlungen. Fotografien von Fritzlar gab es wohl seit Mitte des 19. Jahrhunderts, so bot nachweislich im Jahr 1864 ein Fotograf seine Dienste auf dem Pferdemarkt an.

Die frühesten Bilder, die erhalten sind, stammen von 1867, damals war der Fotograf August Jablonski in der Region unterwegs. 14 Kapitel hat das Buch, unter anderem werden das Stadtbild von 1900 bis 1975, die preußische Garnison, das „Dritte Reich“, die Besatzungszeit, Handel und Gewerbe, die Schulen, Persönlichkeiten, Vereine sowie Kultur behandelt.

Für Schotten sind bei den alten Fotografien einige Rätsel offen geblieben. Er hofft, dass sich einige Fragen durch die Veröffentlichung des Buches lösen lassen.

Zum Beispiel Marlene Dietrich. Auf einem Bild ist sie mit zwei Soldaten zu sehen. Das Bild könnte in Fritzlar entstanden sein, ganz sicher ist das aber nicht. Oder die Sache mit der Tanzkappelle. Während der Besetzung Frankreichs war dort eine Kapelle des Fliegerhorstes Fritzlar auf Tour.

Auf dem Foto ist ein junger Mann zu sehen. Schotten glaubt, dass es sich um Chansonnier Charles Aznavour handelt. In seiner Biografie gebe es an dieser Stelle einen weißen Fleck. Auch Eisenhower, der Oberbefehlshaber der Alliierten im Zweiten Weltkrieg, soll auf dem Flugplatz gewesen sein. Möglicherweise traf er sich dort mit dem sowjetischen Marschall Konjew.

Die 212 Fotografien und die prägnanten Texte im Buch geben einen schönen Einblick in die Fritzlarer Geschichte der vergangenen 150 Jahre. Lediglich ein Stichwort- und Namensverzeichnis sucht der historisch interessierte Leser vergeblich. • Das Buch: Johann-Henrich Schotten. Fritzlar in historischen Ansichten, 128 Seiten, Sutton-Verlag, 18,95 Euro, im Museum, Tourist-Information und im Buchhandel. • Die Präsentation: Freitag, 3. Dezember, 16 Uhr, Regionalmuseum Fritzlar.

Quelle: HNA

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