Neues Gesetz: Schulen im Schwalm-Eder-Kreis öffnen sich für Kinder mit Behinderung

Schwalm-Eder. Die Schullandschaft im Schwalm-Eder-Kreis wird sich grundlegend ändern: Nach einem Entwurf des Hessischen Kultusministeriums sollen Kinder mit Behinderung ab dem kommenden Schuljahr eine allgemeinbildende Schule besuchen. Grund sind Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention.

Lothar van Eickels, Schulamtsdirektor für Förderschulen am Staatlichen Schulamt in Fritzlar, hält die Inklusion, wie Fachleute das gemeinsame Lernen bezeichnen, durchaus für begrüßenswert. Er fürchtet allerdings, dass dafür die Lehrer fehlen werden. Nach den Plänen des Kultusministeriums sollen Lehrer und Betreuer aus den Förderschulen und Förderzentren kommen. Und weil zugleich Millionen im Bildungshaushalt gespart werden, befürchtet er, dass „ein funktionierendes System ins Wanken kommt“.

Dabei ist der gemeinsame Unterricht an den Schulen im Landkreis weit verbreitet. Nach Angaben von Gabriele Baar, Leiterin des Fachbereichs Schulen, werden in 40 Schulen über alle Schulformen zurzeit 200 Schüler gemeinsam unterrichtet. Überhaupt befürworte der Landkreis, Kinder möglichst lange gemeinsam die Schulbank drücken zu lassen.

Dazu wurden Räume behindertengerecht ausgestattet, Aufzüge und Hilfen für Kinder mit Sehbehinderungen eingebaut. Auch wenn das Schulgesetz im August in Kraft treten soll, wird es nach Meinung von Baar Schüler geben, die eine besondere Förderung nötig haben. Auch die Eltern haben die Wahl, ihre Kinder an Förderschulen zu schicken.

Die werden noch viele Jahre bestehen bleiben, sagte Werner Mösche-Sonnenberg, Leiter der Elsa-Brändström-Schule, einer Schule für Lernhilfe in Homberg. Denn viele Eltern werden diese Schulform wählen. Vor allem müsste die Ausbildung der Lehrer angepasst werden. Und das brauche viel Zeit.

Quelle: HNA

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