Ein Ort der stillen Trauer

Friedhof Treysa: Neues Hinweisschild für Sternenkinder-Gräberfeld

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Ein neues Hinweisschild informiert auf dem Friedhof in Treysa über das anonyme Gräberfeld für Sternenkinder: Auf dem Bild (von links) Pfarrer Hartmut Wagner, Alexandra Beuth und Doreen Horn (Selbsthilfegruppe Sternenkinder) und Bürgermeister Stefan Pinhard.

Treysa. Es gibt Dinge im Leben, Themen, die lassen sich nur schwer in Wort fassen und noch schwerer in Gesetze packen. Wenn Eltern ein Kind verlieren, noch bevor es geboren wurde, ist ein solches Thema.

Seit 2004 gibt es auf dem Friedhof in Treysa einen Ort der Trauer und des Gedenkens für die Allerkleinsten, die „den Himmel erreicht haben, noch bevor sie das Licht der Welt erblicken durften“. So steht es auf dem neuen Hinweisschild, das über das Gräberfeld für Sternenkinder auf dem Treysaer Friedhof informiert. Sternenkinder unterliegen keiner gesetzlichen Bestattungspflicht, da sie vor Ablauf des sechsten Schwangerschaftsmonats oder einem Gewicht von unter 500 Gramm gestorben sind.

„Es geht darum, dass diese Kinder, die sonst kein Grab bekommen hätten, hier eins bekommen können“, sagt Pfarrer Hartmut Wagner (Treysa) während des Pressetermins auf dem Friedhof mit Mitgliedern der Eltern- /Selbsthilfegruppe Sternenkinder und Bürgermeister Stefan Pinhard. Alle Eltern, die im Krankenhaus in Ziegenhain entbunden haben oder in Schwalmstadt wohnen, können ihr Sternenkind hier bestatten lassen. „Dies gilt auch für Kinder, die durch Abtreibungen gestorben sind“, so Pfarrer Wagner.

Auf dem Friedhof in Treysa: Gräberfeld für Sternenkinder.

Auch, wenn es keine gesetzliche Bestattungspflicht für Sternenkinder gibt - „Eltern haben ein Recht, ihr Kind zu beerdigen und ein Recht auf Trauer. Und auch die Kinder haben ein Recht, bestattete zu werden. Wir wollen es Eltern erleichtern, Abschied zu nehmen“, so die Mitglieder der Selbsthilfegruppe. „Diese Sternenkinder wären sonst einfach entsorgt worden.“

Das Gräberfeld ist anonym und als Wiese angelegt. Sternenkinder können hier einzeln oder seit 2012 auch gemeinschaftlich in einer individuell von der Selbsthilfegruppe gestalteten Urne bestattet werden. Zwei Mal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, organisieren Alexandra Beuth, Doreen Horn und Henrike Tiefers gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Sternenkinder, der evangelischen Kirchengemeinde Franz von Roques, Treysa, der Stadt Schwalmstadt, der Asklepios Klinik Ziegenhain, den Bestattungsunternehmen Merz und Emmeluth sowie den Blumenläden Dalchow und Hephata eine Gemeinschaftsbeerdigung. „Der Selbsthilfegruppe entstehen dabei keine Kosten“, so Alexandra Beuth und Doreen Horn. „Wir sind sehr dankbar für die enorme Unterstützung - vom Aushub des Grabes bis hin zur Orgelmusik.“

Quelle: HNA

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