Stadt und Denkmalpflege helfen in Fritzlar den Eigentümern bei Modernisierungen

Neues Leben in alte Häuser

Die Fritzlarer Innenstadt: Enge Bebauung und in der Hauptsache alte Bausubstanz prägen das Zentrum. Nach und nach werden der Bestand untersucht und Möglichkeiten einer künftigen Nutzung sowie Modernisierung erarbeitet. Für die Eigentümer, mögliche Erben und Investoren ergeben sich daraus Chancen, den Wert der Immobilie zu steigern und Fördergeld zu beantragen. Archivfoto:  Zerhau/nh

Fritzlar. Er ist ein Gespenst, das die Lokalpolitiker immer mehr fürchten: der Leerstand von Häusern in den alten Ortslagen. Viele Immobilien sind alt, sanierungsbedürftig, haben nur kleine Grundstücke und zusätzlich noch Auflagen durch den Denkmalschutz. Das macht sie für alle, ob Eigentümer, Erben, mögliche Käufer und Investoren, denkbar uninteressant. Die Folge: Die Bewohner wandern ab.

In Fritzlar wollte man dieser Entwicklung nicht länger untätig zuschauen. „Wenn wir unsere historische Altstadt lebendig erhalten wollen, müssen wir etwas für eine bessere Wohnqualität tun“, sagte Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange. 2008 startete die Stadt deshalb gemeinsam mit der Denkmalpflege das Projekt „Vitalisierung der Fritzlarer Innenstadt und der Kernbereiche in den Stadtteilen“.

Die Stadtverordneten genehmigten damals das Geld für ein Förderprogramm, das inzwischen hessenweit als vorbildlich angepriesen wird und vor allem durch die enge Kooperation mit der Denkmalpflege punktet.

In einem ersten Schritt werden so genannte Quartiere (Stadtteile/Dorfkerne) in ihrem Bestand untersucht. Das ist für einzelne Bereiche schon geschehen. Dank dieser Bestandsaufnahme gibt es detaillierte Erkenntnisse über Alter und Bauart eines Gebäudes, den baulichen Zustand, eine mögliche künftige Nutzung mit eventuellen Umbauten, und so weiter.

Das Stadtparlament verabschiedete zu den Förderrichtlinien eine Gestaltungssatzung für den historischen Stadtkern, die den Rahmen für Veränderungen festlegt. Bauvorhaben sollen so schneller genehmigt werden können.

Inzwischen haben viele Eigentümer in den untersuchten Quartieren Fördergeld für bauliche Verbesserungen ihrer Immobilie erhalten. Laut Bürgermeister wurden seit 2009 für 29 Einzelprojekte insgesamt 750 000 Euro von privaten Eigentümern investiert.

Dabei kann es um die Fassadenerhaltung gehen, aber auch um ein modernes Badezimmer oder ein neues Dach. Stadt und Denkmalpflege bezuschussen Einzelprojekte mit zehn Prozent der Bausumme, maximal 10 000 Euro. Die Summe erhöht sich, wenn Ältere über 60 Jahre oder Kinder im Haus wohnen. (ula)

Quelle: HNA

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