Für den Pfieffe gibt es eine Planung, um das Dorf attraktiver zu machen

+
Nicht jedes alte Haus muss erhalten werden: Seitdem die Denkmalpflege nicht mehr so rigoros darauf besteht, das Gebäude nicht abgerissen werden dürfen, gibt es für die Eigentümer mehr Möglichkeiten.

Pfieffe. Pfieffe könnte ein Ort für attraktives Wohnen am Bach mitten im Dorfkern werden: Wo Kinder noch auf der Straße spielen, in der Pfieffe planschen und ruhiges Wohnen möglich ist. Ein solches Leitbild sieht das akp Planungsbüro aus Kassel für den Spangenberger 575-Seelen-Stadtteil.

Das Büro hat einen Plan für die künftige Nutzung des Ortskerns erarbeitet – :für eine kreiseigene Studie, die sich mit dem Leerstand in den Dörfern beschäftigt.

Das Büro untersuchte diejenigen Bereiche im Dorf, die eng bebaut sind und entwickelte Visionen. Ziel ist es, den Ort wieder attraktiver zu machen. „Kleine Häuser ohne Grundstücke könnten vergrößert werden, indem man eng aneinander liegende Häuser wegnimmt“, sagt Heike Brandt, Mitarbeiterin des akp-Planungsbüros. Dort könnte man anbauen und größere Gärten anfügen, um die Wohnqualität zu verbessern.

Viele Möglichkeiten

Andere Ideen sind die Umnutzung von sehr großen Anwesen, wie alten Höfen. Dort sieht sie Seniorenwohngruppen oder Wohnungen für Generationen mit freiberuflicher Tätigkeit.

Viele Häuser, große Flächen

Konkret teilte das Büro den Ort zunächst in Bereiche mit hoher Dichte an Wohnraum ein und solche mit sehr viel Grundstück. Die Pläne zeigen auch Raumkanten auf, das sind Gebäude, die die Denkmalpflege erhalten will. Wichtig sei die Absprache mit der Denkmalbehörde gewesen. „Wegen der Lockerung des Denkmalschutzes können nun deutlich mehr alte Fachwerkhäuser abgerissen werden“, sagt Brandt. Das sei angesichts der sinkenden Bevölkerungszahl auch wichtig, um die Attraktivität der Orte zu erhalten. Es gebe natürlich immer noch Häuser, die aus Sicht der Denkmalpflege nicht abgerissen werden könnten.

Bedenken entkräftet

Bei der Vorstellung der Ergebnisse am Donnerstagabend in Pfieffe hätten die Eigentümer durchweg positiv reagiert, erste Bedenken hätten entkräftet werden können. „Manche meinten sogar, man müsse für alle Dörfer im Kreis solche Pläne erstellen“, sagte die Städtebauarchitektin. „Die Eigentümer wissen nun, wie sie handeln können“, fügte sie hinzu. Die Pläne seien aber bisher nur Angebote, keine Pflicht. „Wir wollen nichts festlegen, sondern zeigen nur Wege auf.“

„Ich finde es gut, dass man nun offensiv mit dem Thema Leerstand umgeht.“

Peter Tigges im Gespräch mit der HNA: „Ich finde es gut, dass man nun offensiv mit dem Thema Leerstand umgeht. So wissen die Eigentümer genau, woran sie sind und was aus den Häusern werden kann“, sagte er. Für viele Eigentümer seien die zerfallenden Häuser eine Last.

Auch für die Entwicklung in den Dörfern sei das positiv. „Es ist gut, dass man von politischer Seite konkret etwas gegen den Leerstand tut und unsere Dörfer nicht verwahrlosen“, sagt er. (zty)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare