Schwälmer Dorfmuseum Holzburg zeigt restaurierten Webstuhl

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Rarität aus dem 18. Jahrhundert: Vorsitzender Klaus Hahn und Museumsleiter Dr. Anton Merk (rechts) mit dem restaurierten Webstuhl, an dem künftig auch gearbeitet werden soll.

Holzburg. Das Schwälmer Dorfmuseum Holzburg öffnet im April wieder seine Pforten: Währender der Winterpause wurden Arbeiten in und um die Pfarrscheune und das Gasthaus Wahl erledigt. In der Pfarrscheune ist künftig ein restaurierter Webstuhl aus dem 18. Jahrhundert zu sehen.

Museumsleiter Dr. Anton Merk und Vorsitzender Klaus Hahn stellten die Neuerungen jetzt bei einem Rundgang vor.

Beim Thema des Monats stehen monatlich Exponate des Museums im Mittelpunkt, die neu arrangiert und näher erläutert werden: „Die Besucher erfahren mehr über Irdenwaren, Schachteln und Körbe, Sprüche, den Brotkratz“, erklärt Merk. Zu sehen seien die ausgesuchten Stücke in Vitrinen im Saal des Gasthauses Wahl. Neues gibt es auch in der Pfarrscheune zu bewundern: „Wir haben einen alten Webstuhl aus dem 18. Jahrhundert komplett restauriert. Jetzt funktioniert er wieder“, erzählt Hahn.  Zur Saisoneröffnung soll es die ersten Vorführungen am Webstuhl geben.

Museumsgarten: Er verbindet die Pfarrscheune (Foto) und das Gasthaus Wahl.

Neu eingerichtet wurden außerdem die Abteilungen „Schuster und Schuhe“ sowie „Küfer und Wagner“. Am Tag der Schwälmer Tracht und Kultur im Mai werde zudem das 55-jährige Bestehen des Museums gefeiert, erläutert Merk. Thematisch sei das Museum in die Gruppen „Ackerbau und Ernährung“, „Dörfliches Handwerk“ und „Leben und Wohnen“ unterteilt.

Mithilfe der Kulturstiftung der Kreissparkasse konnten zwei Backöfen im Keller des Gasthauses wieder flott gemacht werden. Die waren hinter einem Heizungstank versteckt gewesen. Im August soll erstmals gebacken werden. „Es ist denkbar, dass wir die Backstube regelmäßig öffnen und dass man hier seine Kuchen und Brote backen kann“, sagt Hahn.

Fotografien von Lücking

Noch in Planung sei die Gestaltung der Backstube. Merk und Hahn wollen sich die Einrichtung des Backhauses in Riebelsdorf anzuschauen. Neben Michael Lampe und Waltraud Frese stellt in der aktuellen Saison auch Wolf Lücking im Museum aus: Er war Mitte der 1950er-Jahre mit der Kamera in Holzburg unterwegs, beauftragt von der Ostberliner Akademie der Wissenschaft. Damals lichtete er Trachtenträger für eine volkskundliche Buchreihe ab. In der Schwalm blieb er länger, kam auch später immer wieder. Heute ist Lücking 86 Jahre und lebt in Berlin. Dr. Anton Merk widmet ihm im September eine eigene Ausstellung.

Schmuck präsentiert sich die Verbindung zwischen Gasthaus Wahl und der Pfarrscheune: Ein Innenhof und der angelegte Museumsgarten laden vom Frühjahr bis in den Herbst zum Verweilen ein.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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