Am Fritzlarer Ederwehr soll ein Kraftwerk für 170 Haushalte gebaut werden

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So könnte es aussehen: Pläne für das Laufwasserkraftwerk am Ederwehr. Die Farben sollen allerdings eher Erdtöne werden, heißt es.

Fritzlar. Die Nutzung von Wasserkraft hat in Fritzlar bereits seit 1899 Tradition. Drei Turbinen liefern an mehreren Standorten Strom – nun soll ein weiteres Wasserkraftwerk dazu kommen.

Am Ederwehr will die VEW, eine Tochter des Versorgers Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) ein solches Laufwasserkraftwerk bauen, wie Bürgermeister Hartmut Spogat ankündigte. Voraussetzung ist, dass die Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung am Donnerstag, 27. Februar, den Plänen zustimmen.

Die Idee kam auf der Brücke

Die Idee sei entstanden, als die renovierte Fußgängerbrücke über die Eder 2012 eingeweiht wurde, erzählte Spogat. Damals habe er den EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller angesprochen, ob man die Wasserkraft nicht noch stärker zur Stromerzeugung nutzen könne.

Die EWF reagierte und beauftragte einen Studenten der Uni Hannover damit, das Potenzial der Wasserkraft am Edersee zu ermitteln. Das geschah im Rahmen einer Masterarbeit.

Die ersten Ergebnisse seien davon ausgegangen, dass eine solche Anlage an diesem Standort nicht wirtschaftlich arbeiten könne, erläuterte Spogat. Doch dann sei eine Möglichkeit gefunden worden. Die nun geplante Anlage soll acht Meter breit sein und neben dem vorhandenen Fischaufstieg gebaut werden. Zum Vergleich: Das Ederwehr ist insgesamt 125 Meter breit.

Die neue Anlage wird 18 Meter lang sein, das zugehörige Häuschen vier Meter hoch – allerdings könne es eventuell noch ein wenig abgesenkt werden, sagt Spogat. Teil der Planungen ist, dass es weiterhin möglich sein werde, bei niedrigem Wasser von einer Seite zur anderen über die Wehrkrone zu laufen.

Baukosten: 800.000 Euro

Die Baukosten von geschätzten 800 000 Euro würde die VEW übernehmen. Fritzlar wäre mittelbar an den Einnahmen über die EWF beteiligt, bei der die Stadt Fritzlar drittgrößter Anteilseigner ist.

Wenn die neue Anlage, wie geplant, im Herbst in Betrieb geht, soll sie 170 Haushalte mit Strom versorgen können. Die bisherigen Turbinen in Fritzlar versorgen 600 Haushalte.

• Sitzung der Fritzlarer Stadtverordneten: Donnerstag, 27. Februar, 20 Uhr, Sitzungssaal Rathaus Fritzlar.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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