Heimatverein will Grundrisse der Wüstung Gewirgshain wieder sichtbar machen

Neues Ziel für Wanderer

Besichtigung der Wüstung Gerwigshain in der Gemarkung Mengsberg: von links Manfred Göden aus Marburg, Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins Mengsberg Helmut Zieße, Dorfchronist Walter Gömpel und Norbert Buthmann aus Marburg. Foto: privat

Mengsberg. Der Heimat- und Verschönerungsverein Mengsberg will die Wüstung Gerwigshain in der Mengsberger Gemarkung neu darstellen.

Kürzlich trafen sich dazu der Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins Mengsberg, Helmut Zieße, der Dorfchronist Walter Gömpel, Manfred Göden und Norbert Buthmann von den Archäologisch-Geophysikalischen Prospektionen aus Marburg zu einer Besichtigung der Wüstung.

Eine Wüstung ist eine verlassene Siedlungsstelle, heißt es dazu in einem Pressetext. Die Zeit, in der viele Dörfer zu Wüstungen wurden, liege nicht im 30-jährigen Krieg (1618 bis 1648), wie oft angenommen wird, sondern zwischen den Jahren 1320 und 1470. In diesem Zeitraum, der sogenannten Wüstungsperiode, wurden auch ehemalige Dörfer in der heutigen Gemarkung Mengsberg aufgegeben, so auch der Ort Gerwigshain.

Trümmer und Grabsteine

Etwa drei Kilometer nordwestlich von Mengsberg, an der Straße nach Hatzbach (Volksmund: Butterweg), an der wüsten Kirche, im Quellgebiet eines nach Mengsberg fließenden Bachlaufs, lag das Dorf Gerwigshain. 1858 waren noch Trümmer der Kirche zu sehen. Ende des 19. Jahrhunderts soll dort noch ein Grabstein aus dem 14. oder 15. Jahrhundert gelegen haben. 1880 wurden von Mühlhausen, dem damaligen Oberförster zu Speckswinkel, Grabungen im Bereich der Gerwigshainer Kirche durchgeführt. Mühlhausen fand bei seinen Grabungen noch den alten Stein, der als Schlussstein über der Kirchentür eingemauert war. Er wurde in das Staatsarchiv nach Marburg gebracht.

Die Grundmauern der Kirche von Gerwigshain sowie einzelne Kellergewölbe standen noch vor 70 Jahren. Später sind die Steine zum Straßenbau verwendet worden. Die Gerwigshainer Dorfquelle, der sogenannte Glockenborn, mit seiner gemauerten Umfassung ist ein beliebtes Ausflugsziel und wird vom Männergesangverein Mengsberg gepflegt.

Kirche und Keller

Der Heimat- und Verschönerungsverein Mengsberg möchte nun die Grundrisse der Kirche und Keller der Wüstung sichtbar machen und somit ein weiteres Ziel für Wanderer bereitstellen. Der Hessenforst und die Denkmalpflege wurden bei einem ersten Gespräch vor Ort beteiligt.

Die aktuelle Besichtigung wurde mit Norbert Buthmavorgenommen. Er wird einen Kostenvoranschlag für ein sogenanntes Bodenradar von etwa 1000 Quadratmetern erstellen - dann wird man laut Aussage des Vorsitzenden Helmut Zieße weitersehen. (nh/nit)

Quelle: HNA

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