Zehn Wochen als Helfer

Neukirchenerin Heide Weishaar unterstützt ehrenamtlich ein Flüchtlingslager

Freudige Begrüßung: Bei ihren Besuchen und den Hilfsaktionen in den Flüchtlingslagern werden Heide Weishaar und ihre Kollegen von den Kindern immer willkommen geheißen.

Neukirchen/Zahle. Ein Zelt dient als Behandlungsraum und kaum ist das Team von Humedica angekommen, strömen die ersten Patienten herbei. Es sind Mütter mit ihren Kindern, die Durchfall haben, und Männer mit Kriegswunden. So beschreibt Heide Weishaar ihren Alltag in einem Lager für syrische Flüchtlinge.

Die Neukirchenerin leistet im Libanon einen freiwilligen Dienst.

Die ausgebildete Physiotherapeutin und promovierte Expertin des Gesundheitswesens unterstützt den medizinischen Dienst der Organisation Humedica. Sie behandelt Menschen, die vorm Bürgerkrieg in Syrien in den Libanon geflohen sind. Ihre Aufgaben sind zudem, das Team zu betreuen, das sich aus freiwilligen Kräften und lokalen Mitarbeitern zusammen setzt. Sie organisiert Einsätze der mobilen Kliniken und verwaltet das Budget.

Heide Weishaar

Seit Mitte Juli hilft die 36-Jährige vor Ort, bis zu ihrer Rückreise am 21. September hat Heide Weishaar noch aufregende und arbeitsreiche Wochen vor sich. Doch warum entschied sich die Neukirchenerin für den Einsatz im Libanon: „Ich wollte mich für eine begrenzte Zeit aktiv und freiwillig in einem humanitären Hilfsprojekt einbringen, meine Zeit zur Verfügung stellen und meine Fähigkeiten für einen guten Zweck einsetzen“, schreibt sie in einer E-Mail an die HNA.

Ganz ungefährlich ist ihr Einsatz an der Grenze zu Syrien nicht. Die libanesische Bevölkerung ist sehr nett, schildert Heide Weishaar ihre Eindrücke. Immer wieder kommt einem ein freundliches „Merhaba“ (Willkommen/Hallo) entgegen. Doch nach Einbruch der Dunkelheit darf sie aus Sicherheitsgründen nicht mehr alleine auf die Straße.

„Obwohl sich der Alltag in Zahle normal anfühlt, ist die Grenze nach Syrien nur einige Kilometer entfernt und das Risiko für Anschläge hoch.“ Immer wieder gehen Autobomben in die Luft, werden Menschen entführt oder es kommt zu gewalttägigen Auseinandersetzungen.

Weishaar

Doch der Einsatz zahlt sich aus. So schildert die Physiotherapeutin ein Erlebnis, das sie besonders berührte. Sie behandelte eine 50-jährige Frau nach einem Schlaganfall und über Spenden konnte Humedica eine Gehhilfe kaufen. „Ihr glückliches Gesicht und die Dankbarkeit, die sie mir durch einen Kuss auf die Hand signalisiert hat, haben mich sehr gerührt“, schreibt Heide Weishaar.

Derzeit versucht das Team, Spenden für die Operation eines zwei Monate alten Jungen zu sammeln. „Zu sehen, wie die Zeit verstreicht und sich der Gesundheitszustand des Babys verschlechtert, fällt mir sehr schwer“, so die Neukirchenerin.

Das köpfigen Team lebt in einer Vier-Zimmer-Wohnung. Abends machen die Kollegen es sich auf dem Balkon gemütlich. Pläne für ihre Rückkehr hat sie schon: Die 36-Jährige bewirbt sich für Stipendium, um weiterhin gesundheitswissenschaftliche Forschung zu betreiben und noch weiteren Menschen helfen zu können.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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