26 Neulinge machen Angelschein - jetzt stand die Erpe auf dem Stundenplan

Einsatz im Wasser: Die Anwärter auf den Angelschein befassten sich mit der Wasserqualität der Erpe. Gewässerwart Karl-Heinz Hold (vorne rechts) half den Kursteilnehmern bei der Bestimmung der Bachbewohner. Fotos: Michl

Wolfhagen. Normalerweise sitzen oder stehen Angler am Ufer eines Gewässers, um mit ihrer Angel Fische zu fangen. Jetzt mussten die Teilnehmer am Vorbereitungslehrgang für die staatliche Fischereiprüfung zum Erwerb des Angelscheins selbst in den Erpebach in Ehringen steigen.

Über die Schulter schauten ihnen Mitglieder des Wolfhager Bürger-Angel-Sport-Verein (BASV), die den Kurs anbieten. Unter Leitung von Karl-Heinz Hold vom BASV stand am Wochenende die Gewässerkunde auf dem Unterrichtsprogramm. Sie ist neben Natur-, Tier- und Umweltschutzfragen, der allgemeinen und Speziellen Fisch-, Geräte- und Gesetzeskunde ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung. Die Teilnahme am Vorbereitungslehrgang und die bestandene Zwischenprüfung sind Grundvoraussetzung, um zur staatlichen Fischerprüfung zugelassen zu werden. Für diesen Schritt haben sich jetzt 26 Personen entschieden, so viele wie noch nie zuvor.

Karl-Heinz Hold informierte die zukünftigen Hobbyangler nicht nur detailliert über Gewässer, die Prüfungskandidaten mussten selbst den Zustand der Erpe untersuchen und bewerten. Dazu gehört die Suche nach Kleinlebewesen als Indikatoren über die Gewässergüte. So hielten sie Ausschau nach Eintags-, Köcherfliegenlarven, Dreieckskopfstrudelwürmern, Krebsen und Schlammschnecken.

Ein nicht minder wichtiger Teil des naturnahen Unterrichts beinhaltet die chemisch-physikalischen Untersuchungen zur Feststellung von Schweb-, Nähr- und Schadstoffen, den Sauerstoffgehalt und den pH-Wert. Natürlich lernten die angehenden Angler das artgerechte Fangen und die Verarbeitung der Fische. Dazu gehörte das Räuchern von Forellen.

Einen zukünftigen tierischen Bewohner des Erpebachs bekamen die Prüfungsbewerber aber noch nicht zu Gesicht: den Biber. „Es ist jedoch nur noch eine Frage der Zeit, dann ist er, der zur Gattung der Nagetiere gehört, auch bei uns heimisch. Denn aktuell ist der Biber bereits von der Diemel kommend bis zur Twiste zwischen Warburg und Volkmarsen vorgedrungen und wir erwarten ihn über kurz oder lang auch an der Erpe“, so Karl-Heinz Hold.

Die derzeit 50 Mitglieder des Bürger-Angel-Sport-Vereins Wolfhagen unter Vorsitz von Horst Ruth haben sich die Hege und Pflege des Fischbestandes und die Erhaltung beziehungsweise Verbesserung der Umwelt in den Gewässern auf die Fahnen geschrieben, die sie betreuen. Dies sind die Teiche Rattenfalle im Stadtwald, der Bruchwiesenteich und die Fließgewässer Duse, Graner Bergbach, Fredegasse und die Erpe in der Gemarkung Ehringen.

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

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