Warten auf Entscheidung – Vor konzeptioneller Feinarbeit müsste Gemeindeparlament grünes Licht geben

Neumann: Museum war immer gewollt

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Patientin im Hohen Hospital Merxhausen: Sicksale wie das dieser Frau (Name unbekannt) könnten im Museum aufgearbeitet werden.

Merxhausen. Ein Museum für Bad Emstal ist nicht allein die Idee des Kultur- und Geschichtsvereins. Seit fünf Jahren treffen sich immer wieder Vertreter der Kommune, des Landkreises Kassel, des Ecomuseums Habichtswald, der Vitos-Kurhessen und Vereinsvertreter, um das Projekt „Museum“ umzusetzen.

„Ein Museum war und ist immer von allen Beteiligten ins Auge gefasst worden“, sagt Vereinschef Hartwin Neumann. Bis heute habe es daran keine Zweifel gegeben.

Ein Grund dafür dürfte aus Sicht Neumanns die Vielzahl außerordentlicher Kunst- und Kulturgüter in Bad Emstal sein. Und in der Tat spielen die Balhorner Kirche, Schloss und Landschaftspark Riede und das ehemalige Kloster Merxhausen in der ersten Liga der baulichen Hinterlassenschaften aus vergangener Zeit.

Im Kloster Merxhausen liegen die Wurzeln von Sand, Merxhausen; das Kloster hat über Jahrhunderte die Region und alle Gehöfte sowie Orte geprägt. „Grund genug für alle Beteiligten, den Standort für ein Museum in Merxhausen zu wählen“, folgert Neumann. Darüber hinaus verfolge der Landkreis Kassel das Ziel, an strategischen Punkten der Region kulturelle Zentren zu schaffen und diese touristisch einzubinden.

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Für Neumann ist ein weiterer Aspekt von Bedeutung: So arbeitet der Kultur- und Geschichtsverein seit einigen Jahren eng mit der Christine-Brückner-Schule in Bad Emstal zusammen. „Wir vermitteln Bildung.“ Künftig sollten alle Bad Emstaler Kinder in dem aufzubauenden Museum noch mehr über Kunst und Geschichte ihrer Heimat erfahren können.

Gibt kein Zurück mehr

Um das Museumsprojekt zu unterstützen, habe sich der Verein in diesem Jahr mit Sonderleistungen in Höhe von 16 000 Euro am Rahmenkonzept und der Kostenanalyse für den Umbau beteiligt. Bei dem Geld handele es sich um Beiträge der Bad Emstaler Bevölkerung. Sie besuchten Vorträge, Erzählcafés, Ausstellungen und spendeten. „Damit ist das Museum an einem Punkt angekommen, an dem es für den Geschichtsverein kein Zurück mehr geben kann“, sagt Hartwin Neumann.

Die Gemeindevertreter seien nun gefragt; sie müssten eine Entscheidung treffen und erklären, wie viel ihnen Kultur wert sei. Erst wenn es vom Parlament grünes Licht für den Umbau des Museums gibt, soll in die konzeptionelle Feinplanung eingestiegen werden. Dann beginnen Aktenstudium und Archivarbeit. Und auch erst dann, könne den Frauenschicksalen im Kloster Merxhausen wiklich Leben eingehaucht werden. (ant)

Quelle: HNA

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