Neun Städte und Gemeinden kaufen Stromleitungen zurück

Schwalm-Eder. Neun Städte und Gemeinden im Nordkreis wollen ihr Stromnetz zurückkaufen. Dafür werden sie noch dieses Jahr die Netzgesellschaft Enerkom gründen. Diese Zielsetzung nannte Mario Gerhold, Sprecher der neun Kommunen und Bürgermeister in Körle.

Die neun Städte und Gemeinden werden einen 51-Prozent-Anteil an der Netzgesellschaft halten. Für die übrigen 49 Prozent werde man sich einen Partner ins Boot holen, erklärte Gerhold. In Verhandlung sei man derzeit mit der Eon-Mitte, den Städtischen Werken Kassel und dem Unternehmen Energie Waldeck-Frankenberg (EWF). Zum Herbst hin werde man den Parlamenten eines der Versorgungsunternehmen als künftigen Partner empfehlen.

Für die etwa 57.000 Einwohner im Bereich der künftigen Enerkom bleibt laut Gerhold alles beim Alten. Kundenverträge mit Stromversorgern blieben in Kraft. Die Enerkom wird nur das Stromnetz samt der Anlagen wie Trafostationen für die Versorgung ihres Gebietes ankaufen, erläuterte Gerhold das Konzept. Überregionale Leitungen, etwa zur Stromversorgung der Deutschen Bahn, blieben außen vor.

Schlussendlich werde die Enerkom das zurückgekaufte Stromnetz für einen überschaubaren Zeitraum verpachten. Der Preis dafür stehe noch nicht fest. Er richte sich nach einer Pachtformel, die den Rückkaufswert für das Stromnetz berücksichtige. Auch der stehe noch nicht auf den Cent genau fest.

Die Gründung der Netzgesellschaft eröffnet den Kommunen im Nordkreis die Chance, bei der Stromversorgung regional neue Strukturen aufzubauen. Dazu gehören laut Gerhold auch die Optionen, das Netz mit Blick auf erneuerbare Energien auszubauen, die Stromerzeugung etwa per Sonne und Wind voranzutreiben und selbst etwa über ein Regionalwerk Strom anzubieten.

Hintergrund:

Energie und Kommune Energie und Kommune – aus diesen beiden Wörtern setzt sich der Name Enerkom für die im Norden des Schwalm-Eder-Kreises angestrebte Netzgesellschaft zusammen. Ihr werden neun Städte und Gemeinden angehören: Edermünde, Niedenstein, Gudensberg, Morschen, Körle, Spangenberg, Guxhagen, Melsungen und Malsfeld.

Die Enerkom wird Eigentümerin des Stromnetzes im Gebiet dieser neun Nordkreiskommunen. Den Betrieb soll ein Pächter gewährleisten. Geldeinnahmen bringen unter anderem Gebühren fürs Durchleiten von Strom durch das Leitungsnetz der Enerkom. In einem weiteren Schritt könnte ein Regionalwerk im Nordkreis selbst Strom anbieten. (lgr)

Quelle: HNA

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