Die neunjährige Lilien Otto war für einen Tag Bürgermeisterin in Bad Zwesten

Alltägliche Aufgabe: Bürgermeister Michael Köhler (links) besuchte zusammen mit Lilien Otto und Pfarrerin Dorothea Wecker (ganz rechts) die Jubilarin Hildegard Rieck und ihren Mann in Bad Zwesten. Organisatorin Ilona Bischoff-Becker begleitete sie. Foto: Wagner

Bad Zwesten. Einmal Bürgermeister der Gemeinde sein, das heißt: Rechnungen schreiben, eine Rede halten und in der Mittagspause ein Eis in der Eisdiele nebenan essen.

Diese Vorstellungen hatte die neunjährige Lilien Otto aus Niederurff, als sie einen Aufsatz über den Tagesablauf des Bürgermeisters verfasste.

Zusammen mit den Kindern der 3. Klasse der Altenburgschule in Bad Zwesten nahm sie im Juni an der Aktion „Ein Tag als Bürgermeister“ teil.

Die Idee des sogenannten Kinderbürgermeisters kam von Ilona Bischoff-Becker, Geschäftsführerin der Kita „Die kleinen Strolche“ und Festausschussleiterin der 1200-Jahrfeier von Bad Zwesten.

Um Kindern die Möglichkeit zu geben, sich an den Festlichkeiten und Vorbereitungen der Feier zu beteiligen, rief der Festausschuss die Aktion ins Leben. „Kinder haben eine andere Sicht auf die Geschehnisse im Ort. Sie haben einen direkten Blick auf die Dinge und sagen, was sie gerade denken“, sagt Bischoff-Becker. Lilien Otto setzte sich mit ihrem detaillierten Aufsatz gegen ihre Mitschüler durch und durfte einen Tag das Amt des Bürgermeisters ausüben. Sie wolle eine Rede halten, in der sie auf die Benachteiligungen von Flüchtlingen aufmerksam mache und ihnen Geld spenden, heißt es in ihrem Aufsatz. Als neue Bürgermeisterin lag ihr aber vor allem eine Aufgabe am Herzen – die Bänke am Sportplatz säubern. Bevor es aber ans Putzen der Bänke ging, mussten zuerst einige Formalitäten im Büro erledigt werden. Im Anschluss wurde der Jubilarin des Tages ein Besuch abgestattet, ebenfalls eine Aufgabe des Bürgermeisters.

Zurück im Rathaus überreichten Lilien Otto und Ilona Bischoff-Becker dem Bürgermeister dann eine Tafel mit zwölf goldenen Regeln – Regeln, die aus den Aufsätzen der Kinder stammen und an die der Bürgermeister sich zukünftig halten müsse. Zum Beispiel sollte er dafür sorgen, dass die Bänke am Sportplatz regelmäßig geputzt werden und er sollte in jeder Mittagspause ein Eis essen.

Kurz vor der Mittagszeit kündigte Köhler die weiteren Vorhaben für den restlichen Tag an. Der Kalender sei voll, vor allem jetzt vor dem Festwochenende, sagte er.

Für Lilien war der Höhepunkt des Tages jedoch schon längst erreicht. „Das Überreichen der Geschenke an meine Mitschüler, die den zweiten und dritten Platz bei der Aktion belegten, gefiel mir am besten“, erzählte sie.

Auch, wenn ihr bereits der Vormittag als Bürgermeisterin im Großen und Ganzen Spaß machte, das Amt später einmal ausführen, das möchte sie dann doch nicht. „Das ist mir zu viel Arbeit im Büro.“

Quelle: HNA

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