Nicht alle wollen bleiben 

Wohnmobilfahrer zahlen in Fritzlar für 24 Stunden Parken - das soll sich ändern

Schöner Platz: Der Wohnmobilplatz am Grauen Turm gefällt auch Tagestourist Heinz Dörendahl aus Hamm in Westfalen. Foto: Zerhau

Fritzlar. Touristen, die mit dem Wohnmobil nach Fritzlar kommen, sind immer häufiger unzufrieden. Das liegt nicht an der Attraktivität oder am Angebot der Stadt und auch nicht an der Lage des Stellplatzes. Vielmehr ärgern sich immer mehr Wohnmobilfahrer über die Parkgebühren, die für sie am Grauen Turm in Fritzlar gelten.

Wollen sie nämlich keinen Strafzettel riskieren, müssen sie fürs Parken sieben Euro zahlen. Dafür könnten sie zwar ganze 24 Stunden bleiben, aber das wollen nicht alle. Viele von ihnen sind Tagestouristen, die nach einem Abstecher in die Stadt weiterfahren.

Die Parkgebühren sollen nun geändert werden. Darüber werden die Stadtverordneten morgen in ihrer Sitzung diskutieren. Die Änderung beruht auf den Gebühren für die allgemeinen, kostenpflichtigen Stellplätze. 80 Cent müssen Autofahrer für die erste Stunde und einen Euro für die zweite bis vierte Stunde zahlen. Gemessen daran, dass pro Wohnmobil mindestens vier Stellplätze belegt werden, sei diese Gebühr sicher nicht zu hoch. Man komme mit der geplanten Änderung den Kurzzeittouristen entgegen, so Bürgermeister Hartmut Spogat.

Zudem soll es eine Höchstparkdauer für Kurzparker geben, damit sie Urlaubern nicht den Platz streitig machen, die über Nacht bleiben möchten.

Die SPD-Fraktion teilte bereits mit, dass sie die Änderung begrüße: Die Parkgebühren für Wohnmobile am Stellplatz Grauer Turm müssten flexibler gestaltet werden, so Karin Kreutzmann. „Wohnmobilfahrer wollen beweglich sein und nicht zwangsläufig dort übernachten, wo sie Besichtigungen machen.“ Deshalb sei es vernünftig, eine Kurzzeit-Parkgebühr einzuführen – danach gilt die 24-Stunden-Gebühr.

Seit 2011 gibt es die Stellplätze für Wohnmobile mit 24-Stunden-Parktickets am Grauen Turm nahe der Innenstadt. Der Platz erfreue sich immer größerer Beliebtheit und bringe viele zusätzliche Gäste in die Stadt, zieht Spogat Bilanz. 2012 hielten dort 814 Wohnmobile und 2013 waren es 1087. In diesem Jahr wurden bis August bereits 798 Wohnmobile gezählt. In der Regel seien pro Wohnmobil zwei Personen unterwegs, so Spogat.

Verkehrsfluss anders planen

Die SPD erinnert zudem daran, dass das Verkehrskonzept in der Stadt auf Grund des gestiegenen und weiterhin steigenden Verkehrsaufkommens überdacht werden solle, um einen reibungslosen Verkehrsfluss zu sichern. Carina Jäger von der SPD Fritzlar erklärt: „Wir wurden von vielen Bürgern angesprochen, die sich nach Entlastung des Verkehrsaufkommens sehnen.“ Im Herbst sollt es eine Bürgerversammlung zu diesem Thema geben, die Stadt werde den genauen Termin noch mitteilen.

• Stadtverordnetensitzung: Donnerstag, 18. September, 20 Uhr, Rathaussaal.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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